Beethovens geistlich-humanistisches Monument

Mit Beethovens Musik hat der Pianist Andràs Schiff eine intensive Zeit verbracht. Er hat sich in den letzten Jahren in die 32 Klaviersonaten gekniet und jüngst auch seine Lesart der «Diabelli-Variationen» vorgelegt.

Ludwig van Beethoven
Bildlegende: Ludwig van Beethoven Keystone

Und zwar gleich doppelt auf CD, eingespielt mit zwei verschiedenen Instrumenten als Abgrenzung gegen den «globalisierten» Steinway-Klang. Da sind Schiff musikalisch eindrucksvolle Erfahrungen gelungen!

Auch als Dirigent beschäftigt sich Andràs Schiff intensiv mit Beethoven. Auch hier wie mit den «Diabelli-Variationen» mit einem Monumentalwerk, das Unterschiedlichstes unter einen Hut zu bringen sucht.

Mit Beethovens «Missa solemnis», seinem geistlichen Opus summum, das nicht in der Kirche, sondern im Konzertsaal heimisch geworden ist: überbordend, erschreckend und aufwühlend zugleich und dennoch trostreich. «Von Herzen Möge es wieder zu Herzen gehen!» hat Beethoven in die Partitur notiert.

In seinen «Diabelli-Variationen» hat Andràs Schiff die Gegensätze gegeneinander antreten lassen und so einen intensiven, spannenden Dialog geführt. Man darf gespannt sein, was er in Luzern zusammen mit seinem Orchester, dem Balthasar-Neumann-Chor und den Solistinnen und Solisten anstellen wird.

Ludwig van Beethoven: Missa Solemnis D-Dur op. 123

Balthasar-Neumann-Chor
Cappella Andrea Barca
Ruth Ziesak, Sopran
Britta Schwarz, Alt
Werner Güra, Tenor
Robert Holl, Bass
Leitung: András Schiff

 

Konzert vom 9. April 2014, KKL Luzern (Aufzeichnung vom Lucerne Festival Ostern)

Redaktion: Patricia Moreno