Leckere Gnotschi!

Jann Hoffmann und Philippe Gerber bringen Gnocchi auf den Tisch. Höchste Zeit, über den Buchstaben H im italienischen Alphabet zu sprechen.

Keinen Zungenbrecher, sondern Auf-der-Zunge-Schmelzer: die Gnocchi mit Zedrat-Zitrone.
Bildlegende: Keinen Zungenbrecher, sondern Auf-der-Zunge-Schmelzer: die Gnocchi mit Zedrat-Zitrone.

Kürzlich in einem Tessiner Grotto: Hilde und Rüdiger wollen Zmittag essen. Fachkundig studieren sie die Speisekarte. Nach sorgfältigem Abwägen der Optionen folgt der Akt der Bestellung. Inspiriert von den angeregten Gesprächen der Einheimischen an den Nebentischen spürt auch Rüdiger plötzlich sein Faible für die Sprache Dantes.

Er rückt seine Lesebrille zurecht und bestellt «`n Teller Gnotschi, für Hilde und für mich!» Das Lächeln des Kellners wird so sauer wie eine geöffnete Flasche Wein, die 1983 im obersten Küchenregal vergessen worden ist.

Tschipolla, alles klar?
Aber wir wollen uns hier nicht lustig machen. Nichts liegt uns ferner, als Rüdiger föppeln zu wollen. Wir bilden bloss ab. So wie es Gerhard Polt vielleicht in einem kleinen Theater-Stückerl getan hätte, wäre er Zeuge jenes Bestellvorganges im Tessiner Grotto geworden.

Und vor allem, wollen wir helfen. Mit dem Hinweis: Steht im Italienischen der Buchstabe H zwischen einem C oder G und dem Vokal E oder I, dann ist Essig mit dem Tsch-Laut. Alles klar? Natürlich nicht. Deshalb ein Beispiel. Das Wort für Zwiebel, «Cipolla» , führt kein H, ergo spricht sich das Wort: Tschippolla.

Mit Riesen und Zwergen
In den Gnocchi hat es ein H nach dem C. Also sprechen wir von den Njokki. Alles klar, Rüdiger? Ehe wir es vergessen: Küchen-Tausendsassa Jann Hoffmann und sein Kombüsen-Adjutant Philippe Gerber kochen heute die besten Gnocchi seit der Erfindung des karierten Tischtuchs.

Mit einer Sauce aus riesigen Zedrat-Zitronen und zwergenhaften gemahlenen Pfefferkörnern tischt Geschmacks-Tüftler Jann Hoffmann ein Gericht mit «de Füüfer und ds Weggli»-Qualitäten auf: es ist puristisch und raffiniert.

Hier geht`s zum Rezept, zum Video-Rezept und zum Wettbewerb.

 

Autor/in: Robin Alder