«Bei diesen Feiern wurde gefressen und gesoffen – man wurde fast betäubt»

Am 1. Juni steigt das grosse Eröffnungsfest am Gotthard-Basistunnel. Im Vergleich zur Eröffnung des ersten Tunnels 1882 dürfte es deutlich gesitteter zu und her gehen. Nicht fehlen darf die heilige Barbara als Schutzpatronin der Mineure, auch wenn diese jüngst zu einer Kontroverse geführt hat.

Beiträge

  • «Die Reden kamen nach dem Essen – da hat niemand mehr zugehört»

    Im Jahr 1882 war es, als der erste Tunnel zwischen Göschenen und Airolo in Betrieb genommen wurde. Der Verkehrshistoriker und Ausstellungsmacher Kilian T. Elsasser kennt die Geschichte der Gotthardbahn wie sonst kaum jemand. Und er weiss: vor über 130 Jahren wurden Feste noch anders gefeiert.

    Nämlich deutlich flüssiger: «Bei diesen Feiern wurde vor allem gefressen und gesoffen – da wurden alle fast betäubt». Weshalb die Eröffnungsfeier eines Tunnels vergleichbar ist mit einer Beerdigung, erzählt Elsasser im Gespräch mit Radio SRF 4 News.

    This Wachter

  • «Himmeltraurig, dass wir's nicht schaffen, ein Zeichen zu setzen»

    Bevor am 1. Juni die ersten Züge durch den Gotthardbasistunnel fahren, wird der Tunnel gesegnet. Ursprünglich hätten vier Personen die Segnung vornehmen sollen: ein Imam, ein Rabbi, ein Konfessionsloser und der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen.

    Dies sorgte aber für viel Unverständnis auf Seiten der Protestanten. Dafür wiederum hat Martin Werlen seinerseits wenig Verständnis.

    Christoph Kellenberger

  • «Die Segnung könnte auch der SBB-Chef machen»

    Weshalb spielt die Religion bei der Eröffnung eines Tunnels eine so wichtige Rolle? Marzell Camenzind, Kapuziner und katholischer Pfarrer in Andermatt sagt: «Die Menschen, die solche Werke hergestellt haben, hatten immer auch eine religiöse Wurzel.

    Sie wussten um die Gefahren ihrer Arbeit und suchten Zuflucht bei Gott und besonderen Heiligen.»

    Christoph Kellenberger

Autor/in: Roger Aebli