«Das war wohl keine geplante Aktion gegen das liberale Hong Kong»

Gui Minhai steht im Zentrum einer mysteriösen Geschichte. Er ist einer der fünf Buchhändler und Verleger aus Hongkong, die seit Wochen verschwunden sind.

Plakate mit Fotos der vermissten Buchhändler.
Bildlegende: Transparente während eines Protestes in Hong Kong am 10.1.2016 Keystone

Nun ist er wieder aufgetaucht. Und hat im staatlichen, chinesischen Fernsehen eine Art Geständnis abgelegt.

Er sei vor 12 Jahren in angetrunkenem Zustand in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen, bei dem eine junge Frau ums Leben kam und aus Furcht vor dem Gefängnis sei er damals aus China nach Hongkong geflohen.

Doch es gebe erhebliche Zweifel, dass dieses Aussage freiwillig erfolgte, sagt der Schweizer Tobias Brandner. Brandner lebt seit 20 Jahren in Hongkong und unterrichtet an der Chinese University protestantische Theologie. ER steht der Regenschirm-Bewegung nahe, jener china-kritischen Bewegung, welche vor zwei Jahren während Wochen demonstrierte in Hongkong.

Autor/in: Hans Ineichen, Redaktion: Salvador Atasoy