Den Haag: Kenias Staatsspitze auf der Anklagebank

Wenn heute der Prozess gegen den kenianischen Vizepräsidenten William Ruto beginnt, ist es das erste Mal, dass eine amtierende Staatsspitze auf der Anklagebank in Den Haag sitzt.

Vize William Ruto, sowie der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta sollen mitverantwortlich sein für die blutigen Unruhen nach den Wahlen im Jahr 2007. Kenia hätte es versäumt, die Gräueltaten selbst zu ahnden, argumentiert der Internationale Strafgerichtshof ICC.

Beiträge

  • Zeltlager: Zu tausenden flüchteten die Menschen in Kenia vor der Gewalt nach den Wahlen 2007.

    Kenya hat es verschlafen, die Gräueltaten selbst zu ahnden

    Über 1000 Menschen wurden ermordet, verstümmelt oder sexuell missbraucht. Hunderttausende mussten fliehen, so fasst die Chefanklägerin des ICC die Ereignisse nach den Wahlen in Kenia im Jahre 2007 zusammen. Es sei ihre Aufgabe, diese Verbrechen zu ahnden, sagt Chefanklägerin Fatou Bensouda.

    Elsbeth Gugger

  • Kenias Staatsspitze: Vizepräsident William Ruto (links) und Präsident Uhuru Kenyatta.

    «Das Gericht hat keine einfache Aufgabe»

    Als wären die beiden Opfer der Weltgemeinschaft und nicht mutmassliche Drahtzieher eines grässlichen Ereignisses in der kenianischen Geschichte. So würden sich Kenias Präsident Kenyatta und Vizepräsident Ruto benehmen.

    Das beobachtet Afrikakorrespondent Patrick Wülser zum Auftakt der ICC-Prozesse. Er schildert im Gespräch, wie der Prozessauftakt in Kenia wahrgenommen wird.

    Anna Lemmenmeier

Redaktion: Philippe Chappuis