Dopingenthüllungen in russischer Leichtathletik - eine Chance?

Russische Leichtathleten haben systematisch gedopt. Das Dopingsystem wurde vom nationalen Leichtathletikverband, von Labors und von staatlichen Stellen gestützt, so ein Bericht.

Ein Fernsehbericht der ARD hatte die Enthüllungen über den Dopingsumpf in Russland ins Rollen gebracht. Der Leichtathletikverband hatte darauf einen eigenen Bericht in Auftrag gegeben, der ebenfalls flächendeckendes Doping aufzeigte. Nun wird gefordert, dass die russischen Sportler aus dem Weltleichtathletikverband ausgeschlossen werden. Die Schweizer Leichtathletin Selina Büchel überraschen die Ergebnisse nicht. Der ehemalige Präsident des europäischen Leichtathletikverbandes, Hansjörg Wirz, ist jedoch vom Ausmass schockiert.

Beiträge

  • Selina Büchels Spezialdisziplin ist die 800-Meter-Distanz. Sie ist sechsfache Schweizermeisterin, und vertritt die Schweiz unter anderem bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2014 in Zürich, wo sie das Halbfinale erreichte. Ihr bisherig grösster Erfolg ist der Gewinn der Goldmedaille bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2015 in Prag im 800-Meter-Lauf.

    «Dopingbekämpfung ist ein grosser Gewinn für die Leichtathletik»

    Die Schweizer Leichtathletin Selina Büchel ist sechsfache Schweizermeisterin und Goldmedaillengewinnerin an der Leichtathletikhallen-EM in Prag. Ihre Spezialdisziplin ist der 800-Meter-Lauf.

    Und dort bestand für sie schon lange der Verdacht, dass russische Läuferinnen dopten, weil diese das Feld zu stark dominierten.

    Iwan Santoro

  •  Die Welt-Anti-Doping-Agentur «WADA» redet von kriminellen Machenschaften. Russland wehrt sich und glaubt an eine Verschwörung. Die «WADA» kommt in einer Untersuchung zum Schluss, dass Athleten, Funktionäre und sogar der Staat an systematischem Doping mitgewirkt hätten. Der russische Verband sei deshalb aus dem internationalen Leichtathletikverband auszuschliessen.

    «Es braucht exemplarische Strafen»

    Der 72-jährige Hansjörg Wirz ist ein ehemaliger Schweizer Hürdenläufer. Von 1999 bis 2015 war er Präsident des europäischen Leichtathletikverbandes. Am vergangenen Dienstag nahm er noch einmal an einer Sitzung des europäischen Verbandes teil.

    Für jeden an der Sitzung waren die Ergebnisse der «WADA» ein Schock.

    Rachel Murith

Redaktion: Claudia Weber