Hintergründe zum Bündner «Nein» zu Olympischen Winterspielen

Eine mögliche Kandidatur für Olympische Winterspiele im Jahr 2022 ist erledigt. Die Bündnerinnen und Bündner sagten Nein zu einem Projekt-Kredit über 300 Millionen Franken. Die Olympia-Befürworter sind enttäuscht, die Gegner zufrieden.

Beiträge

  • Das Gegner Komitee mit Stefan Grass (2. von rechts).

    «Unsere Skepsis gegenüber dem Projekt war berechtigt»

    Stefan Grass kämpfte als Leiter des «Komitee Olympiakritisches Graubünden» für ein Nein. Im Gespräch erklärt er, wie er das Resultat beurteilt und wer seiner Meinung nach den Aussschlag dafür gegeben hat.

    Pius Kessler

  • Gehörte am Abstimmungswochenende zu den Verlierern: Hotelier Ernst Wyrsch.

    «Das ist für uns Hoteliers wie ein Schlag ins Gesicht»

    Das Nein zu einer Olympia-Kandidadur ist eine Enttäuschung für die Tourismus-Industrie, die sich viel von einer solchen Grossveranstaltung versprochen hatte.

    Ernst Wyrsch, Präsident des Hotellerie-Verbandes Graubünden stellt fest, es sei nicht gelungen «das Tal der 150 Täler zu einen», und auch die Frauen habe man nicht erreicht.

    Stefanie Hablützel

  • Stefan Engler, Ständerat des Kantons Graubünden, bei eines Podiumsveranstaltung in Tiefencastel.

    «Hätten uns im Schaufenster der Welt präsentieren können»

    Einer, der sich sehr für die Vorlage ins Zeug gelegt hatte, ist der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler. Er hätte in einer Olympiakandidatur vor allem langfristige Chancen für den Tourismus gesehen.

    Silvio Liechti

  • Der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel.

    «Davos hätte in erster Linie davon profitiert»

    Davos wäre einer der Austragungsorte von Olympischen Winterspielen im Kanton Graubünden gewesen. Im Unterschied zum Gesamtergebnis des Kantons wären die Davoserinnen und Davoser einverstanden gewesen. Und dabei hatte eine Umfrage erst kürzlich auch in Davos noch ein Nein prognostiziert.

    Der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel ist erfreut ob des positiven Resultats.

    Stefanie Hablützel

  • Die Fahnen der Olympischen Spiele wehen nicht im Graubünden

    Indische Filme statt Olympische Spiele

    Enttäuschung bei den Befürwortern - Freude bei den Gegnern: Die Emotionen sind bei den Direktbetroffenen einen Tag nach dem Nein zu Olympischen Winterspielen 2022 in Graubünden klar verteilt.

    Das Nein sei ein Ausdruck von Mutlosigkeit und Vernunft, meint Christian Lässer, Professor für Dienstleistungsmanagement und Tourismus an der Universität St. Gallen. Allerdings brächten allfällige Olympische Winterspiele ohnehin kaum neue Touristen in die Schweiz.

    Nachweislich mehr Touristen in die Schweiz bringen andere Formen von Werbung, sagt Lässer und nennt die indischen Filme als Beispiel.

    Matthias Heim