Kaum erträglicher Kitsch in Russland zum «Tag des Sieges»

Am Montag wird in Russland mit einer Militärparade in Moskau ans Kriegsende erinnert, an den Sieg über Nazi-Deutschland. «Tag des Sieges» heisst er. Wer sich kritisch äussert zur Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, der hat es schwer in Russland.

Russische Soldaten im Jahr 2015 bei einer Probe für die Militärparade zum «Tag des Sieges».
Bildlegende: Russland feiert seinen wichtigsten Feiertag: Den «Tag des Sieges». Den Sieg über Nazi-Deutschland. Die Feierlichkeiten würden aber immer mehr von Putin und seiner Politik instrumentalisiert, sagt die russische Historikerin Irina Scherbakova. Die Vergangenheit sei im Dienste der Politik von heute. Keystone

Die Historikerin und Publizistin Irina Scherbakova äussert sich kritisch zum «Tag des Sieges». Sie arbeitet unter anderem für die Menschenrechtsorganisation MEMORIAL. Für sie sei der «Tag des Sieges» eher ein Tag zum Nachdenken und Innehalten. Die Art und Weise aber, wie in Russland an das Kriegsende nun erinnert werde, sei für viele ältere Russinnen und Russen unerträglich.

Autor/in: Roger Aebli, Redaktion: Claudia Weber