Kritische Stimmen zum Kriegsverbrecher-Gericht für Kosovo

Das Parlament in Pristina hat einem Sondergericht zugestimmt. Es soll mutmassliche Kriegsverbrechen Ende der 1990er-Jahre untersuchen.

Wir haben darüber mit Carla del Ponte gesprochen, der früheren Chefanklägerin am Jugoslawien-Gericht und mit Thomas Fleiner, der früher die serbische Regierung in der Kosovo-Frage beriet.

Beiträge

  • «Mich macht stutzig, dass das Gericht in Kosovo arbeitet»

    Die Schweizerin Carla Del Ponte war bis 2008 Chefanklägerin am Kriegsverbrecher-Gericht für das ehemalige Jugoslawien. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass Untersuchungen gegen die kosovarischen Befreiungskämpfer eingeleitet werden.

    Und doch ist sie jetzt skeptisch über dieses beschlossene Kosovo-Gericht.

    Urs Gilgen

  • «Ich weiss nicht, wie unabhängig dieses Gericht ist.»

    Thomas Fleiner, der Freiburger Staatsrechtler, hatte vor Jahren die serbische Regierung in der Kosovo-Frage beraten. Er findet es richtig und dringend, dass die schlimmen Vorwürfe von einem Gericht beurteilt werden, hat aber Zweifel an der Unabhängigkeit.

    Barbara Peter

Redaktion: Hans Ineichen