Mord in Kehrsatz: Auch 30 Jahre später noch emotional

Dreissig Jahre ist es her, als am 1. August 1985 im Berner Dorf Kehrsatz die Leiche einer jungen Frau gefunden wurde. Sie lag in der Kühltruhe im Keller ihres Hauses. Aus diesem «Mord in Kehrsatz» wurde ein Justiz-Skandal und ein Medienereignis, das die Schweiz über Jahre in Atem hielt.

Beiträge

  • Ein Mordfall, ein Justizskandal und ein Medienereignis

    Im Zentrum des Mordfalls stand der Ehemann des Opfers. Er wurde zuerst verurteilt und sechs Jahre später wieder freigesprochen, mangels Beweisen. Ein Blick zurück auf die Geschehnisse.

  • «Ich wüsste keinen vergleichbaren Fall in der Schweiz»

    Über den Mordfall in Kehrsatz zu sprechen weckt immer noch Emotionen. Viele Beteiligte von damals wollen auch 30 Jahre danach nicht darüber sprechen.

    Einer, der sich äussert, ist der Berner Filmemacher und Journalist Bernhard Giger. Nach dem ersten Prozess drehte er den Spielfilm «Tage des Zweifels» rund um den Justizskandal. Die Arbeiten dazu führten ihn mehrmals auf den Thorberg zu Bruno Z.

    Dreissig Jahre nach der Tat hat Urs Gilgen nochmals mit ihm über den Fall und die Rolle der Medien gesprochen.

  • Die Lehren aus dem Mordfall für die Rechtsmedizin

    Der «Mord in Kehrsatz» hat bei der Rechtsmedizin vieles in Gang gesetzt. Denn beim zweiten Prozess stellte das Gericht grobe Verfangensmängel fest, auch bei den rechtsmedizinischen Gutachten. Die Leiche wurde falsch abgetaut, viele Beweismittel verschwanden oder wurden vernichtet.

    Die desaströsen Befunde führten beinahe zur Schliessung des Rechtsmedizinischen Instituts in Bern.

    Abhilfe schufen neue Rechtsmediziner, die nach Bern berufen wurden, unter ihnen Ulrich Zollinger. Urs Gilgen hat ihn gefragt, welche Lehren man aus dem Mordfall in Kehrsatz gezogen haben.

Autor/in: Urs Gilgen, Redaktion: Barbara Peter