Raubkunst: «Es geht um die Wiege der Zivilisation»

Mit Raubgrabungen und dem illegalen Verkauf von archäologischen Objekten finanziert der «Islamische Staat» einen schönen Teil seines Budgets. Mesopotamien-Experte Michael Müller-Karpe rechnet damit, dass der Markt sehr bald mit diesen Objekten überquellen wird. Europas Behörden seien gefordert.

2008 hält der Irak Kulturgüter zurück, die zuvor als Raubkunst auf einem syrischen Schwarzmarkt aufgetaucht waren.
Bildlegende: Diese irakischen Kulturgüter waren auf einem Schwarzmarkt in Syrien aufgetaucht. 2008 erhielt sie der Irak zurück. Keystone

Es geht vor allem um Raubkunst aus dem Irak und Syrien. Für Archäologe Müller-Karpe ist klar: Die Strafverfolgungsbehörden in Europa müssen tätig werden und diese Güter beschlagnahmen. Archäologen werden sie dann bestimmen und sich dafür einsetzen müssen, dass die Objekte wieder an ihre Herkunftsländer zurückgegeben werden.

Die Schweiz hat soeben einen ersten Schritt getan, um den Handel mit gestohlenen syrischen und irakischen Kulturgütern explizit zu verbieten. Eine entsprechende Motion hat der Ständerat als Zweitrat stillschweigend angenommen.

Im Gespräch mit SRF4 News erklärt Mesopotamien-Kenner Müller-Karpe, wie wichtig das ist: «Es geht um die Wiege der Zivilisation».

Moderation: Andrea Christen, Redaktion: Andrea Christen