Rücktritt Benedikt XVI: Bilanz und mögliche Nachfolger

Die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. hat weltweit Reaktionen ausgelöst. Eine Bilanz über das, was der abtretende Papst erreicht und was er verpasst hat und wie es nun weitergeht.

Beiträge

  • Abt Notker Wolf, oberster Repräsentant des Benediktinerordens bei einer Veranstaltung 2009.

    «Kennzeichnend war sein Festhalten an der traditionellen Lehre»

    Notker Wolf ist Abtprimas des Benediktinerordens und damit höchster Benediktinermönch. Er kennt den Papst aus mehreren Begegnungen. Im Gespräch erklärt er, was für ihn das Hauptmerkmal an Benedikts Pontifikat war und welche Eigenschaften ein Nachfolger mitbringen muss.

    Urs Gilgen

  • Papst Benedikt XVI bei einem Treffen mit Rabbi Shear-Yasuv Cohen 2009.

    «Benedikt XVI. hat den Dialog mit den Juden verstärkt geführt»

    Beim jüdischen Weltkongress wird die Rücktrittsankündigung Benedikts XVI. «höchst emotional» aufgenommen, wie es gestern hiess. Dass der Papst aktiv den Dialog zu den Juden gesucht hat, wird ihm hoch angerechnet. Trotz einiger Fehltritte.

    Yves Kugelmann, Chefredaktor des jüdischen Wochenmagazins Tacheles, erklärt im Gespräch, was von Benedikt XVI. bei der jüdischen Gemeinde in Erinnerung bleiben wird.

    Urs Gilgen

  • Benedikts Nachfolger hätte im Vatikan einiges "aufräumen".

    Vieles spricht für einen italienischen Papstnachfolger

    Frühestens 15 Tage nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. versammeln sich in Rom die 120 wahlberechtigten Kardinäle in der sixtinischen Kapelle. Sie werden einen Nachfolger wählen.

    Es gäbe gute Gründe dafür, einen Italiener zum Papst zu wählen, der mit den Gegebenheiten im Vatikan schon vertraut ist.

    Massimo Agostinis

  • Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Mexico (2012)

    Es wird wohl kein Lateinamerikaner Papstnachfolger

    Lateinamerika ist der katholische Kontinent schlechthin; fast die Hälfte aller Katholiken der Welt sind zwischen Mexiko und Feuerland zu Hause.

    Es wäre also nachvollziehbar, wenn ein Lateinamerikaner Nachfolger von Papst Benedikt XVI. würde. Doch dass es soweit kommt, ist eher unwahrscheinlich.

    Ulrich Achermann

  • Papst Benedikt XVI. im deutschen Bundestag

    Aus «Wir sind Papst» wird «Wir waren Papst»

    «Wir sind Papst» - so jubelte die deutsche Bild-Zeitung 2005 nach der Wahl von Joseph Ratzinger zum neuen Oberhaupt der Katholiken.

    Nun hat Benedikt XVI. als erster Papst seit sieben Jahrhunderten selber bestimmt, wann er nicht mehr Papst sein will: Er tritt am 28. Februar zurück.

    Was also schreibt die Bild-Zeitung heute? Antworten von unserem Mitarbeiter Fritz Dinkelmann in Berlin.

    Barbara Peter

Redaktion: Philippe Chappuis