Tamiflu wirkt kaum mehr als ein Placebo

Das Grippemedikament Tamiflu von Roche wirkt nur schwach. Es hat dafür unterschätzte Nebenwirkungen. Zu diesem Schluss kommt das angesehene Cochrane-Netzwerk, bestehend aus Wissenschaftlern und Ärzten. Roche widerspricht diesen Studienergebnissen.

Beiträge

  • «Tamiflu ist kein Einzelfall»

    Die Geheimniskrämerei der Pharmaunternehmen verunmöglicht es fast völlig, dass die Wirksamkeit von Medikamenten von unabhängiger Seite überprüft werden kann. Doch das müsste nicht sein, sagt Gerd Antes, Direktor des Cochrane-Zentrums Deutschland.

    Matthias Heim

  • «Die Ärzte entscheiden, ob sie Tamiflu weiter einzusetzen»

    Der Verband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH gibt aufgrund der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse keine Empfehlung heraus. Vielmehr ist es jedem einzelnen Arzt und jeder einzelnen Ärztin überlassen, Tamiflu weiter zu verschreiben oder nicht.

    Das sagt Gert Printzen, Mitglied im FMH-Zentralvorstand und zuständig für die Heilmittel.

    Matthias Heim

  • Die ethische Verpflichtung, alle Studien zu veröffentlichen

    Die neuen Erkenntnisse zu Tamiflu werfen auch ein neues Licht auf das Vorgehen von Behörden in vielen Ländern. Als 2009 die Schweinegrippe grassierte, haben die Behörden Vorratslager mit Tamiflu angelegt.

    Rückblickend ein Entscheid, der hinterfragt werden muss, sagt Erik von Elm, Co-Leiter von Cochrane Schweiz.

    Von Elm sagt zudem, dass «die Pharmafirmen haben auch eine ethische Verpflichtung», Forschungsstudien zu veröffentlichen. Nur so könne auch von unabhängiger Seite überprüft werden, wie wirksam neue Medikamente sind.

    Matthias Heim

Autor/in: Matthias Heim, Redaktion: Iwan Santoro