UEFA und die Panama Papers: «Die Geschädigten sind die UEFA selbst und ihre Vereine»

Am Hauptsitz des europäischen Fussballverbandes UEFA im waadtländischen Nyon hat gestern eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung und eventuell auf Veruntreuung.

Das Bild zeigt den ehemaligen UEFA-Generalsekretär und heutigen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino an einer Pressekonferenz in Kolumbien Ende März 2016.
Bildlegende: Gianni Infantino in Erklärungsnot: Der neue FIFA-Präsident gerät wegen der Vergabe von Fernsehrechten bei der UEFA unter Druck. Keystone

Erst am Dienstagabend hatten die «Süddeutsche Zeitung» und der «Tages Anzeiger» mit Verweis auf die Panama Papers berichtet, dass unter anderem der frühere UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Chef Gianni Infantino mutmasslich unvorteilhafte Verträge mit einer Briefkastenfirma namens Cross Trading abgeschlossen habe.

Wolfgang Maennig, Wirtschaftsprofessor und Sportökonom an der Universität Hamburg ist überzeugt, dass sich die UEFA mit diesen Geschäften selber geschadet hat: «Geschädigte ist die UEFA selbst, die von ihren Angestellten zu einem Vertrag gebracht wurde, bei dem der wahre Wert dieser Rechte nicht richtig erzielt wurde. Aber auch die Vereine der Champions League, die an den Erlösen der Fernsehrechte beteiligt sind, tragen den Schaden».

Im Gespräch mit SRF 4 News erklärt Maennig, wie die Deals mit den Briefkastenfirmen genau funktionieren und was das nun für FIFA-Präsident Gianni Infantino bedeutet.

Autor/in: Roger Aebli, Moderation: Susanne Schmugge