Europas Osten - bewundert und verachtet

Deutschsprachige Medien berichten über Estland wie über ein Wunderland; Bulgarien dagegen wird als ein von Elend und Korruption beherrschter Ort dargestellt. Die Übergabe der EU-Präsidentschaft von Estland an Bulgarien ist Anlass, Vorurteile durch Fakten zu ersetzen.

«Immer wieder erstaunt es mich, wie schlecht Bulgarien von hier aus aussieht und wie positiv Estland». Der Satz stammt von Petar Kehayov, einem Linguisten und Kulturwissenschafter am Leibniz-Institut in Regensburg, Bayern. Kehayov ist in Bulgarien aufgewachsen, hat in Estland studiert und 16 Jahre dort gelebt. Für #SRFglobal kommt er ins Studio nach Zürich und wird hier von Arthur Honegger empfangen.

Auch Honegger gehört zu den Journalisten, die von Estlands Entwicklung beeindruckt sind. Ebenso wie Osteuropa-Korrespondent Peter Balzli: «Kaum ein Volk ist so zukunftsorientiert wie die Estinnen und Esten», textete Balzli vor einem Jahr in «10vor10». Jetzt wird er berichten, ob auch Bulgarinnen und Bulgaren an der Zukunft arbeiten. Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann komplettiert die Runde. Er ist nicht nur Estland- und Skandinavienkenner, sondern studienbedingt auch hervorragend im Bild über Bulgarien.

Bulgarien ist zwar noch immer das ärmste Land in der Europäischen Union. Aber es ist «mehr als Korruption, Armut, Gewalt gegen Flüchtlinge, unfreie Presse und Pferdefuhrwerke». Sagt Petar Kehayov, der es wissen muss.

Daniel Blickenstorfer