Trump, ein amerikanischer Berlusconi

  • Dienstag, 3. Mai 2016, 23:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 3. Mai 2016, 23:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 4. Mai 2016, 11:55 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 4. Mai 2016, 17:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 6. Mai 2016, 11:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 7. Mai 2016, 10:00 Uhr, SRF info

Die Wahlkampagne des New Yorker Milliardärs Donald Trump erinnert stark an den vierfachen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi: populistisch, ordinär und – erfolgreich!

Trump wie Berlusconi sind Milliardäre, ihr Startvermögen haben beide mit Liegenschaften gemacht. Zusammen mit ihrem Playboy-Lifestyle verschaffte ihnen dies einen gesicherten Prominenten-Status bei Medien und Teilen der Bevölkerung. Beide haben hässliche Scheidungen hinter sich und spucken grosse Töne betreffs ihrer angeblichen sexuellen Anziehungskraft. Berlusconi etwa, der einmal meinte, im Leben komme es immer auf die Perspektive an: «Denken Sie nur an all die Frauen, die mit mir schlafen möchten, dies aber nicht wissen.»

Wenn Trump über Frauen spricht, wird allerdings oft mehr als guter Geschmack verletzt. Er hat Frauen auch schon als «fette Schweine», «Hunde», «Schlampen» und «abstossende Tiere» bezeichnet.

Alexander Stille, ein US-amerikanischer Autor, der seit 1994 über den ehemaligen italienischen Premier Sivio Berlusconi berichtet, hat bei Trump ein Déja vu: «Beide verletzen absichtlich Grenzen, indem sie den Überdruss an der üblichen Politik durchbrechen mit vulgärer Sprache, eingängigen Parolen und anzüglichen Witzen.»

Der Amerikaner fühlt sich erinnert an einen von Berlusconi präsidierten EU-Gipfel, bei dem er in einer Verhandlungspause den versammelten Staatschefs zurief: «Lockern wir die Atmosphäre etwas auf, reden wir über Fussball und Frauen!» Um sich dann mit einem Lachen an den damals in vierter Ehe lebenden Gerhard Schröder zu wenden: «Du, Gerhard, was kannst du uns über Frauen erzählen?»

Weder Berlusconi noch Trump haben sich damit ins politische Abseits gespielt. Berlusconi war zwischen 1994 und 2011 viermal italienischer Ministerpräsident, Trump hat beim Rennen um die Kandidatur fürs US-Präsidentenamt 845 Delegierte der Republikaner hinter sich bringen können – gegenüber 559 für Ted Cruz und 333 für weitere Kandidaten. Er hat damit intakte Chancen, von seiner Partei ins Rennen ums Weisse Haus geschickt zu werden.

Gastgeber im Studio von #SRFglobal ist diesmal Arthur Honegger. Der 10vor10-Moderator vertritt den auslandabwesenden Florian Inhauser. Honegger war von 2008 bis 2015 selber USA-Korrespondent für SRF. Er fragt die Korrespondenten in Washington D.C. und in Rom:

  • Wer und was macht die Populisten so erfolgreich?
  • Könnte die Wut in der Bevölkerung auch Donald Trump an die Macht bringen, so wie Berlusconi 1994 in Italien?

Im Studio empfängt Honegger zudem Hanno Settele, den Moderator von «Wahlfahrt» bei ORF. Settele ist einer der bekanntesten Politjournalisten Österreichs. Zwischen den beiden Wahlgängen ums Bundespräsidentenamt analysiert er die Lage in Österreich. Nach dem ersten Wahlgang ist mit dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer ein Rechtspopulist in der Pole Position für das Amt in der Wiener Hofburg.

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