Harry Dean Stanton: Partly Fiction

Als ewiger Nebendarsteller hat es Harry Dean Stanton zur Ikone gebracht. Der grosse Schweiger mit dem zerfurchten Gesicht lässt die Filmemacherin Sophie Huber nahe an sich heran. Im Gespräch, in seinen Filmrollen und in berückend fragilen Country Songs gibt das Multitalent Einblick in seine Seele.

Sein Gesicht spricht Bände, und es machte ihn zur Legende unter den Nebendarstellern, doch wenige kennen seinen Namen. In über 250 Filmen stand Harry Dean Stanton vor der Kamera, an der Seite von Brando, Nicholson und De Niro. Regiestars wie Ridley Scott, Wim Wenders und David Lynch stützten sich auf das Können des grossen Mimen.

Stantons Figuren sind oft Eigenbrötler, geheimnisvoll und schweigsam. 1984 prägte er mit seiner ersten Hauptrolle Wim Wenders' Kultfilm «Paris, Texas». Es sollte eine von wenigen Hauptrollen bleiben.

Eine zentrale Rolle in Sophie Hubers berührendem Porträt von Stanton spielt die Musik. Mit eindringlich gesungenen Songs aus dem amerikanischen «Heartland» beweist der Schauspieler, dass an ihm ein Countrystar verloren gegangen ist. Und der grosse Schweiger gibt hinreissend lakonische Antworten auf delikate Fragen, die ihm kein geringerer stellt als David Lynch. «Partly Fiction» wurde mit dem Berner und dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnet.