Jazz in der Schweiz: Der eigene Weg - Folge 2

Video «Jazz in der Schweiz: Der eigene Weg - Folge 2» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Die zweite Folge der SRF-Reihe «Jazz in der Schweiz» erkundet die Emanzipation des Schweizer Jazz von seinen US-amerikanischen Vorbildern. Pioniere sind Musiker wie George Gruntz, Irène Schweizer und Bruno Spörri.

Schweizer Jazz-Musiker orientieren sich in der Nachkriegszeit zunächst vor allem an grossen US-Vorbildern wie Bud Powell, Dizzy Gillespie oder Miles Davis. Wer sich aber einen Namen machen will, muss sich von den Vorbildern lösen und einen persönlichen Stil entwickeln. Jazz-Schulen gibt es keine. «Learn from the masters», heisst das Motto: Man beschafft sich die Alben der grossen Musiker oder sitzt gebannt vor dem Radio. Wer es sich leisten kann, reist nach Paris, die damalige Metropole des Jazz in Europa.

Ab Mitte der 1960er-Jahren entwickeln Schweizer Jazz-Musiker zunehmend ihre eigenen Spielformen. Musiker aus dem Umfeld von George Gruntz, der Ambrosetti aus dem Tessin oder den Westschweizern Daniel Humair und Pierre Favre spielen auf internationalem Parkett und geben dem Schweizer Jazz eine eigene Identität.

George Gruntz beginnt Jazz mit klassischer Musik und Volksmusik zu verbinden.Die Pianistin Irène Schweizer entwickelt sich zur europäischen Pionierin des Free Jazz, und der Schlagzeuger Pierre Favre macht das Schlagzeug vom Rhythmus- zum Klanginstrument. Der Saxophonist Bruno Spoerri wiederum findet im Experiment mit elektronischen Instrumenten einen Weg, den Jazz in die Zukunft zu denken: «Elektronik im Jazz wurde damals absolut abgelehnt», erinnert er sich. «Viele Leute fanden, ich spinne, dass ich mich überhaut damit befasse.» Heute gehört es zum guten Ton, elektronische Elemente in den zeitgenössischen Jazz zu integrieren.

Die neue SRF-Fernsehserie «Jazz in der Schweiz» entstand in enger Zusammenarbeit mit der Jazzredaktion von SRF 2 Kultur. SRF 1 zeigt die Dokumentarfilmreihe jeweils sonntags in «Sternstunde Musik» um 23.20 Uhr.

Mehr zum Thema