Riccardo Chailly auf neuen musikalischen Pfaden

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In seinem zweiten Jahr als Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra geht der Maestro Riccardo Chailly neue Wege. Er widmet sich Komponisten, die das Eliteorchester bisher noch nicht gespielt hat.

Auf dem Programm stehen Tschaikowskys wuchtige «Manfred-Sinfonie» und Mendelssohns unvergleichliche Bühnenmusik zu Shakespeares «Sommernachtstraum».

Peter Tschaikowskys umfangreichstes Werk, die «Manfred-Sinfonie», entstand 1884. In jener Zeit befand sich der Komponist in Davos, um seinen heimlichen Geliebten, den todkranken Geiger Josif Kotek, ein letztes Mal zu sehen. Hier identifizierte er sich mit dem «Manfred» aus Lord Byrons Gedicht. Lord Byron schrieb «Manfred», als er im Berner Oberland war. Es ist seine autobiographische Beichte, mit der er sich von seiner Beziehung mit seiner Halbschwester zu befreien versuchte. Ein Stoff, der den psychisch angeschlagenen Künstler Tschaikowsky gleichzeitig erschütterte und faszinierte. Schweizer Radio und Fernsehen begibt sich auf Spurensuche in der Schweiz rund um die Entstehungsgeschichte von Tschaikowskys wichtigem und selten aufgeführtem Werk.

Am gleichen Abend dirigiert Riccardo Chailly Auszüge aus der Bühnenmusik zu Shakespeares «Sommernachtstraum». Felix Mendelssohn-Bartholdy bewies mit der Komposition der Ouverture als 17-Jähriger eine frühreife Meisterleistung. Fünf Jahre vor seinem Tod, mit 34 Jahren, erweiterte Mendelssohn die Schauspielmusik um elf weitere Sätze, darunter das populäre «Scherzo», «Intermezzo», «Notturno» und der «Hochzeitsmarsch».

SRF überträgt die «Manfred-Sinfonie» und eben diese Auszüge aus Mendelssohns «Sommernachtstraum» am zweiten Programmabend von Riccardo Chailly leicht zeitversetzt aus dem KKL Luzern. Sandra Studer moderiert den sommernächtlichen Konzertabend voller Orchester-Drama und Romantik für SRF.