Thomas Hürlimann, der konservative Revoluzzer

  • Dienstag, 26. Dezember 2017, 11:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 26. Dezember 2017, 11:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 27. Dezember 2017, 12:00 Uhr, SRF info

Er hadert genauso mit Gott, wie er nach ihm sucht. Er möchte ein bisschen Casanova sein und verteidigt Gipfelkreuze. Er sieht unsere Werte bedroht und verehrt Nietzsche. Thomas Hürlimann ist ein streitbarer Intellektueller und ein begnadeter Schriftsteller. Barbara Bleisch trifft ihn zum Gespräch.

Als junger Klosterschüler war Thomas Hürlimann mit der Vertikalen bestens vertraut: Die Glocken im Kirchturm gaben das Zeitmass an, das Studium von Geschichte, Literatur und Philosophie liessen ihn seine Wurzeln verstehen.

Die heutigen Menschen lebten hingegen in der Horizontalen, beklagt Hürlimann: Sie spüren weder die Sehnsucht nach Metaphysik, noch besinnen sie sich auf ihre Wurzeln. Das findet der bedeutende Schriftsteller nicht nur bedauerlich, sondern gefährlich.

Ist Hürlimann damit schon ein Konservativer, der wie Botho Strauss den «Verlust der Tiefenerinnerung» kommen sieht? Er, der mit seinen Romanen just in konservativen Kreisen immer wieder für Kopfschütteln sorgte und als Nestbeschmutzer galt?

Barbara Bleisch spricht mit dem streitbarsten aller Schweizer Intellektuellen über die Sehnsucht nach dem Altbewährten, den Segen des Kreuzes und warum er sich nichtsdestotrotz für Casanova interessiert.

Eine Wiederholung vom 8. Oktober 2017.

Literatur:

  • Thomas Hürlimann: «Nietzsches Regenschirm». S. Fischer, 2015

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