Stimmen im Kopf

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Etwa zehn Prozent aller Menschen hören irgendwann Stimmen. Viele leben ein Leben lang mit ihren unsichtbaren Begleitern. Über die Hälfte der Stimmenhörer sind psychisch gesund und führen ein unauffälliges Leben. Trotzdem werden sie stigmatisiert. Eine Dokumentation von Anja Krug-Metzinger.

Hildegard von Bingen gab an, ihr gesamtes Heilwissen visionären Stimmen zu verdanken. Auch Jeanne d'Arc, Giordano Bruno, Rainer Maria Rilke, Winston Churchill, Virginia Woolf und Andy Warhol zählen zu den Stimmenhörern. Doch wenige trauen sich, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Woher kommen die Stimmen? Welche Erklärung hat die Wissenschaft für das Phänomen Stimmenhören? Galt das Stimmenhören in den letzten Jahrzehnten eher noch als Symptom einer gestörten Hirnfunktion, so werfen Forscher heute einen neuen Blick auf dieses alte Phänomen – und fördern Erstaunliches zutage: Gehirnscans zeigen, dass das Stimmenhören keine «Einbildung» ist. Stimmenhörer «hören» tatsächlich etwas.

Drei Stimmenhörende haben ihr Schweigen gebrochen. Sie belegen, wie vielfältig die Erfahrungen sind: Innere Stimmen können als Höllenqual oder auch als Gabe, Inspiration und Glück empfunden werden. Der Tontechnikerin Jennifer Siedler wiesen die Stimmen den Weg aus einer Krise. Den Schauspieler Rolf Fahrenkrog-Petersen brachten sie dazu, seine traumatisierte Kindheit aufzuarbeiten.
Betroffen ist auch die britische Psychologin Eleanor Longden. Sie erforscht mittlerweile sogar selbst das Stimmenhören an der Universität Liverpool. Seit zehn Jahren Stimmenhörerin engagiert sie sich bei Intervoice, einem weltweiten Netzwerk von Stimmenhörenden, Therapeuten und Forschern aus 26 Ländern auf fünf Kontinenten.

Die preisgekrönte Dokumentation von Anja Krug-Metzinger ist eine engagierte Entdeckungsreise in die unbekannte Welt des Stimmenhörens.

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