Utopia im Urwald: Jesuitenstaaten in Lateinamerika

  • Sonntag, 10. Dezember 2017, 10:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 10. Dezember 2017, 10:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 12. Dezember 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Samstag, 16. Dezember 2017, 7:45 Uhr, SRF info
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Jesuiten betreuten in Lateinamerika eigene Missionsdörfer, sogenannte Reduktionen. Sie missionierten die indigene Bevölkerung, schützten sie aber auch vor Sklavenjägern. Waren die Jesuitenmissionen mehr als ein Vorzeigeprojekt der kolonialen Eroberung mit Kreuz und Schwert?

Es war ein einzigartiges Experiment: Ende des 16. Jahrhunderts zogen Jesuiten in die Urwälder Lateinamerikas, brachten den Indigenen die «Zivilisation» und errichteten Dörfer mit einer handwerklichen Infrastruktur. Diese Siedlungen, sogenannte Reduktionen, florierten derart, dass Ökonomen damals begeistert schrieben, Paraguay sei das einzige Industrieland Südamerikas.

Doch vor 250 Jahren war Schluss mit der Selbstverwaltung. Die Grossgrundbesitzer überzeugten den damaligen spanischen König, die Jesuiten zu vertreiben, die Reduktionen aufzulösen und die Indigenen den spanischen und portugiesischen Machthabern zu überlassen. 1957 ist der Schweizer Jesuit Felix Plattner den ehemaligen Dörfern nachgereist und hat diese Reise im Roadmovie «La Panamericana» dokumentiert.

Die «Sternstunde Religion» zeigt Ausschnitte aus seinem historischen Filmdokument. Wie ist die Missionierung aus heutiger Sicht zu beurteilen, und was ist aus den ehemaligen Missionen der Jesuiten geworden? Eine Debatte mit dem Kirchenhistoriker Mariano Delgado und dem Historiker Jose Cáceres Mardones.

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