Dresscodes für Lehrer?

Schüler sind in der Schule ständig mit allerhand Vorschriften konfrontiert, nicht zuletzt bezüglich des Outfits. Zwar gibt es bei uns keine Schuluniformen, aber einen Haufen ungeschriebener Gesetze. Gibt es so etwas wie Dresscodes auch für die Lehrer, die vor der Klasse stehen?

Die Sandale.
Bildlegende: Die Sandale. Colourbox

Das Thema Kleiderordnung ist bei den Pädagogen latent präsent, aber von einer gemeinsamen Satzung sind die Pädagogen weit entfernt. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer würden sich wohl mit Händen und Füssen gegen solche Vorschriften zur Wehr setzen. Sie sind im Geist von Individualität und Selbstentfaltung gross geworden. Man weiss aber auch: Nicht wenige, gerade jüngere Lehrer, würden sich ein bisschen mehr Stil in ihren eigenen Reihen wünschen. Weil es offenbar schon nicht so zum besten steht um das Outfit des Lehrers.

Ein Thema in Privatschulen

Wer das Thema Dresscode offen anspricht, der wird merken, wie wehleidig die Lehrer sind, wenn man ihnen mal ein paar Hausaufgaben gibt. Klar, in der Schule geht es primär um die Vermittlung von Wissen und Werten. Und ja, Fach- kommt vor Textilkompetenz. Dennoch steht ausser Frage, dass Lehrpersonen, die nicht nur fachlich, sondern auch in Kleiderfragen einen gewissen Schliff haben, zu einem guten Lernklima beitragen. Leider ist das in vielen Volksschulen aber immer noch kein Thema. Anders ist es an Privatschulen, dort wird das Thema strenger gehandhabt.

Ein bisschen optischer Wertkonservativismus könnte den Lehrern nach Ansicht des SRF-3-Stilsheriffs nicht schaden. «Lehrer, die sich und ihre Aufgabe ernst nehmen, kleiden sich so, dass ihre Kleidung Autorität und ein Mass an traditioneller Klasse ausstrahlt», sagt Jeroen van Rooijen. Lehrerinnen wie Lehrern müsse dringend dazu geraten werden, auf die gängigen Elemente der Freizeitgarderobe oder Sportswear zu verzichten, mit denen sich die Mehrheit der Auszubildenden heute kleidet. Nur so ist auch optisch eine gewisse Differenzierung zu erreichen, die dem Respekt gegenüber den Pädagogen zuträglich ist.

Schliff führt zu Distanz

Kapuzenjacken, Sweatshirts, kragenlose T-Shirts, Cargohosen, jede Art von Shorts oder offenes Schuhwerk etwa Sandalen sind daher keine gute Idee. Denn zu einem guten Outfit gehört ein gewisser Schliff und unbedingt auch Distanz. Diese verliert man unwiederbringlich, wenn man seinen Schülern einen Blick auf die Sockenspitzen gewährt.

Ein Anzug und eine Krawatte müssen allerdings auch nicht mehr sein, aber ein Hemd ist schon gut, sicher besser als nur ein kragenloses T-Shirt oder Sweater. Die Ärmel des Sakkos können Leder-Blätze an den Ellbogen haben. Über dem Hemd können auch einfarbige, nicht gemusterte Pullover oder Pullunder getragen werden. Brogues mit kernigen Ledersohlen geben eine rustikale Note. Wenn Jeans, dann gute Schuhe und ein Jackett.

Hosenrock passt!

Für Pädagoginnen ist das Kostüm (wahlweise mit kniebedeckendem Rock oder langer Hose) ein sicherer Wert. Man könnte auch den in Vergessenheit geratenen Hosenrock wieder mal anschauen, der sehr gut zu dem Gewerbe passt! Eine helle Bluse wirkt seriös und fokussiert, ein Foulard gibt einen Farbtupfer. T-Shirts sind möglich, aber niemals «solo» getragen, nur für drunter. Zu empfehlen wäre auch hier die Feinstrickjacke, auf viel Schmuck und hohe Absätze kann verzichtet werden.

Autor/in: Jeroen van Rooijen