Hausschuhe - chic oder Liebestöter?

Nicht jeder hat den Luxus von Bodenheizungen, sondern spürt die winterliche Kälte auch drinnen und friert an die Zehen. Hausschuhe müssen also her. Aber sind die auch schick?

Stilfrage im Winter: Reichen Socken an den Füssen?
Bildlegende: Stilfrage im Winter: Reichen Socken an den Füssen? Colourbox

Jedes Jahr, wenn es kälter wird, wird der DRS-3-Stilfachmann Jeroen van Rooijen von seinen Lesern und Hörern wieder nach eleganten Hausschuhen gefragt, und oft sind es Frauen, die ihre Männer daheim lieber in Hausschuhen als barfuss oder Socken herumlaufen sehen.

Vielfach wird aber auch die Befürchtung geäussert, dass Hausschuhe der erotischen Entfaltung zu Hause abträglich sein könnten. Natürlich: Wenn man unbedingt mit Schuhen an den Füssen ins Bett will, gibt es sicher prickelnderes. Aber man kann zu Hause ja noch anderes tun als Liebe machen, und dabei sind Hausschuhe gewiss sinnvoll.

Traditionalisten kaufen Samt-Slippers

Nun könnte man zu Hause natürlich auch einfach auf dicken Socken herumlaufen. Aber Hand aufs Herz, sind Füsse in Socken schöner als Füsse in Schuhen? Ausserdem gehen die Socken so schnell kaputt. Traditionalisten kaufen sich darum gerne die Samt-Slippers mit aufgestickten Initialen, wie sie Shipton & Heneage in London herstellt.

Etwas braver und häuslicher sind Wollfilz-Finken, wie sie Giesswein macht. Und für Frauen hat das deutsche Label Pampuschen stylishe Finken für modebewusste Damen im Angebot manche davon sind fast schon sexy. Für die kalten Abende am Cheminée sind auch die klassischen Lammfell-Pantoffeln und Hüttenfinken ideal, also dicken Socken mit aufgenähter Ledersohle.

Finken für Gäste

Manche Leute bitten ihren Besuch ja gerne, die Schuhe auszuziehen. Das ist eigentlich ein ziemliches no-go, aber im Winter eher akzeptabel. So kann es fein sein, wenn man zu Weihnachten mit dicken Stiefeln durch den Schnee zu einem Chalet stapft und dort vom Gastgeber empfangen wird mit einem frischen Paar schöner Slippers, in die man schlüpfen kann, um nicht den ganzen Abend in Socken herumzusitzen.

Wenn man ein Ferienhaus in den Bergen hat, sollte man Hausschuhe für Gäste haben. Und wenn man ebendort bei anderen Leuten zu Besuch geht, kann man seine eigenen Hausschuhe zum Besuch mitnehmen. In Gstaad ist es üblich, dass man mit den eigenen Hausschuhen im Stoffbeutel ankommt, wenn man private Parties in die besten privaten Häuser eingeladen wird. Eigenartigerweise hat sich dieser schöne Brauch in St. Moritz leider nicht durchgesetzt.

Hausschuhe im Büro

Hausschuhe oder Finken im Büro sind dagegen schon etwas gar arriviert ... das klingt doch sehr nach einem sehr gemütlichen und sicheren Arbeitsplatz,  zum Beispiel in der kantonalen Verwaltung oder sonst bei einem Staatsbetrieb.

Doch auch dann sollte man erst nach zehn Dienstjahren und wenn man ein eigenes Büro mit Türe hat in die Finken schlüpfen. Denn anderen Kollegen sollte man seine Finken nicht zumuten.

Autor/in: Jeroen van Rooijen