Modetrends für Frühling 2013

Das Frühjahr 2013 hält einige modische Neuigkeiten bereit, die auffällig sind und sich damit als "Trends" qualifizieren. 5 Neuheiten für Damen und Herren von SRF 3 Stilfachmann Jeroen van Rooijen.

Die neuen Kollektionen für Frühling 2013 kommen dieser Tage in die Geschäfte. Vorweg: Die neue Saison ist so schwierig zu interpretieren wie kaum zuvor mehr denn je driften die Vorschläge der Designer in verschiedenste Richtungen und machen es fast unmöglich, zu formulieren, was nun wichtig und richtig ist.

Grundsätzlich gilt daher: Oberste Maxime eines modernen Modeverständnisses ist der individuelle Ausdruck des einzelnen und der kann sich komplett abseits der gängigen Trends bewegen. Es gibt auch keine verbindlichen Längen mehr, die nun "in" oder "out" wären, denn das globale Modeangebot hält für jeden Stil etwas bereit. 

Dennoch gibt es auch im Frühjahr 2013 einige modische Neuigkeiten, die auffällig sind und sich damit  als "Trends" qualifizieren. 5 Neuheiten für Damen und Herren.

DAMENMODE

Blusenkleider lange nicht mehr gesehen, jetzt wieder ganz oben auf der Liste der modischen Begehrlichkeiten: Einteilige, vorne durchgeknöpfte und knielange Blusenkleider aus Seide, vorzugsweise mit einem ironisch-biederen Blumenmuster. Sie sind eine Reminiszenz an die ordentlich angezogenen 50er-Jahre, siehe "Mad Men".
Vorbild: Bottega Veneta

Feminität Mit den klassischeren Silhouetten werden Kurven bzw., das gekonnte Akzentuieren und Modellieren der Figur wichtiger. Röcke boomen, das Dekolleté ins Licht gerückt und Kleider haben akzentuierte Taillenlinien oder schwingende Säume. Allgemein lässt sich beobachten, dass die Damenmode wieder angezogener, perfekter und um "korrekte" Form bemüht ist. Casual chic und mix & match machen Pause. Vorbild: Chloé

Asiatica der Einfluss der neuen Konsummärkte im fernen Osten ist enorm. Die Modebranche reagiert auf die neue Kaufkraft mit asiatischen und orientalischen Stilzitaten und versucht damit eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu bauen. Da gibt es Seiden mit gestickten Drachen, japanische Blüten oder auch Schnitte, die an Kimonos erinnern. Vorbild: Prada, Pucci

Geometrie die Designer profilieren sich als wahre Origami- und Tangram-Künstler und zerschneiden ihre Schnittmuster in grafisch-geometrische Teile, die sich dann auf teilweise überraschende Weise wieder zu einem abstrakten Ganzen fügen. Es geht nicht mehr darum, Kleidung nach den traditionellen Mustern der Schnittkunst zu schneiden, sondern darum, neue Linien zu finden. Vorbild: Roland Mouret, Proenza Schouler

Schwarzweiss scharfe Kontraste, bevorzugt in klarem schwarzweiss, bringen die neuen, perfekteren Silhouetten gut zur Geltung und modellieren den Körper präzis. Beliebt sind dabei vor allem auch klare, rhythmische Blockstreifen oder Schachbrettmuster. Vorbild: Marc Jacobs, Louis Vuitton

TRENDS MÄNNERMODE

Kurze Hosen noch nie sah man derart viele Trendsetter in kurzen Hosen wie dieses Jahr an der Pitti Uomo in Florenz, am besten elegant kombiniert zu Hemd, Krawatte und Jackett. Das wird Folgen haben für die Silhouetten im kommerziellen Bereich. Modern sind die schmal geschnittenen Bermudas, aber man trägt sie angezogener als auch schon. Vorbild: Kenzo

Shirt Jackets Männer haben sich nun an die leichten, unstrukturierten Hemd-Jacketts gewöhnt und mögen keine Schulterpolster und stickigen Innenfutter mehr tragen. Die neuen Jackentypen sind so leicht und bequem wie ein Hemd, aber haben die "korrekte" Ausstrahlung von Sakkos. Vorbild: Boglioli

Zweireiher früher trug sie nur der alte dicke Patron mit Zigarre, doch seit der Zweireiher kürzer, knapper und enger geschnitten ist, macht er auch bei Jungen wieder Boden gut. Die neuen Zweireiher werden auch lässiger kombiniert, sogar zu den erwähnten kurzen Hosen. Wichtig: Die Saumlänge darf nicht viel länger als die des Ärmels sein. Vorbild: Gucci

Seersucker die leicht gekräuselten, kreppigen Baumwollen mit dem trockenen Griff und der lebendigen Optik werden für Hosen, Hemden und ganze Anzüge verwendet. Überhaupt sind die Stoffe leicht, kernig im Griff das betrifft auch die Seide, die nun wiederentdeckt wird. Vorbild: Tommy Hilfiger

Farbe: Es muss nicht gerade quietschbunt sein, aber jetzt, wo der Mann seine Lust auf Mode entdeckt hat, muss es auch eine gute Portion kräftiger Farbe sein. Beliebt sind neue, warme Rottöne, doch sieht man auch kräftiges Blau und sogar Signalgelb, das allerdings eher als Accessoire, um den Outfit neuen Pep zu geben. Vorbild: Michael Bastian

Autor/in: Jeroen van Rooijen