Pyjamakunde

Die Nächte werden länger und länger, die Tage kürzer, und die Temperaturen sinken, so dass wir mehr und mehr Zeit drinnen verbringen, vielleicht sogar unter der Bettdecke und dies hoffentlich in ansprechender Kleidung.

Warum nicht: Statt Skianzug für einmal Pyjama, inklusive Krümmelmonster.
Bildlegende: Warum nicht: Statt Skianzug für einmal Pyjama, inklusive Krümmelmonster. Keystone

Bis im 16. Jahrhundert war das Nacktschlafen in Europa üblich, weil die meisten Leute einfach keine Pyjamas hatten. Heute gehen Fachleute davon aus, dass in Europa nur noch 5 bis 10 Prozent der Menschen nackt schlafen, der grosse Rest trägt irgendetwas, oft auch ein klassisches Pyjama.

Alte, ausgeleierte Unterhosen und verwaschene T-Shirts in Ehren, aber: Wer ein bisschen etwas auf seinen Lifestyle hält, der schläft auch in ansprechenden Klamotten. Gewiss muss es kein konservatives Nachthemd sein, das man allenfalls noch in alten Filmen sieht aber ein anständiges Pyjama ist nicht nur schick, sondern auch gut für den Schlaf.

Pyjamaschläfer schlafen besser
Studien haben ergeben, dass Menschen, die etwas anhaben, ruhiger schlafen als Nacktschläfer. Ein Pyjama, das die Schultern bedeckt, sorgt dafür, dass man sich nicht erkältet, falls man die Decke mal nicht bis zu den Ohren hoch zieht. Dazu kommt ein Hygiene-Aspekt: Viele Menschen schwitzen unter der Bettdecke manche bis zu einem halben Liter pro Nacht , und ein Pyjama aus Naturfasern kann helfen, dass der Schweiss nicht direkt in Matratze und Duvet dringt.

Wichtig sind in jedem Fall beste Naturfasern. Baumwolle ist top, weil sie saugfähig und hautfreundlich ist. Manche Leute schwören auch auf Seidenpyjamas, die frisch gebügelt sehr elegant aussehen, sich aber auf der Haut eher kühl anfühlen. Was auf keinen Fall geht, sind Satinstoffe, die aus Kunstfasern sind. Darin schläft man nicht gut, weil sie nicht atmungsaktiv und kaum saugfähig sind.

Auf dehnbare Modelle setzen
Ein gutes Pyjama sollte auch nicht zu eng sitzen auch dazu gibt es Studien: Wer in eng anliegender Wäsche schläft, riskiert eher Hautkrankheiten, gerade im Bereich des Beckens, dazu kommt: Bei Männern, die die ganze Nacht in engen Unterhosen ruhen, kann die Qualität der Spermien leiden.

Gewobene Stoffe wirken auf jeden Fall erwachsener als Pyjamas aus Jersey oder anderen Wirkwaren. Diese dehnbaren Modelle, oft mit Bündchen an Ärmeln und Hosen und einem lustigen Aufdruck auf der Brust, sind sicher toll für Kinder bis 16 Jahre, aber danach sollte man etwas kaufen, in dem man notfalls auch mal gesehen werden könnte.

Gestreifte Klassiker
Von unvergänglicher Schönheit und Richtigkeit sind die klassischen englischen Pyjamas aus gestreifter Baumwolle oder Seide. Sie sollten eine Brusttasche haben, einen bequemen Gummi-oder Kordelzug in der Hose und Nähte, die mit kontrastierenden Paspeln verarbeitet sind.

Solche Pyjamas gibt es für alle Jahreszeiten passend: Kurze Hosen und kurze Ärmel für die warmen Monate, und natürlich solche mit langen Ärmeln und Hosenbeinen für die kalten Nächte. Für die kühlere Zeit des Jahres gibt es auch Pyjamas aus festeren Stoffen, die leicht aufgeraut sind und extra warm geben.

In einem gut geschnittenen, klassischen Pyjama kann man auch mal die Tür öffnen, wenn unverhofft jemand klingelt. Man muss sich dann nicht tot stellen und warten, bis der ungewollte Besuch wieder abzieht.

Kleidung zum rumlümmeln
Nicht wenige Menschen ziehen ihr Nachtgewand übrigens an, sobald sie zu Hause zur Türe rein gekommen sind. Stark entwickeln tut sich deshalb nicht nur die Freizeitgarderobe, sondern auch der Bereich der sogenannten Loungewear dazu gehören alle Arten von entspannter Freizeitkleidung zum rumlümmeln, meistens in weichen Stoffen und losen Schnitten. Es ist das, was man auf dem Sofa trägt. Ein Trend sind etwa Trainerhosen, die auf den ersten Blick wie Jeans aussehen.

Übrigens: Klassische Pyjamas sind mitunter so schick, dass sie unter Trendsettern bereits auf der Strasse getragen werden das so genannte Pyjama-Dressing gehört unter Modebewussten auch tagsüber zum guten Ton. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte ...

Autor/in: Jeroen van Rooijen