Trend: Jorts oder Mikrojeans

Eines der auffälligsten modischen Phänomene der letzten Jahre ist die Jorts oder Mikrojeans - ein Fall für den SRF-3-Stilsheriff.

Kurz, kürzer, Jorts.
Bildlegende: Kurz, kürzer, Jorts. Keystone

Mikrojeans sind eigentlich einfach das, was unsere Mütter oder Grossmütter in den späten sechziger und siebziger Jahren schon als Hot Pants schon kannten. Sie sind ein Kleidungsstück, das eigentlich keine Hose mehr im Sinne eines Beinkleids ist, weil eben das Bein fehlt. Hot Pants gab es erstmals Mitte der sechziger Jahre bei Mary Quant.

In den siebziger Jahren trugen sie Sexsymbole wie Farrah Fawcett oder Daisy Duke von den Dukes of Hazard - letztere sah darin so gut aus, dass diese Hosenform in den USA bis heute „Daisy Dukes genannt wird. Eine zeitgenössischere Ikone desselben Stils wäre heute Kate Moss, wie sie das Glastonbury-Festival besucht.

In Los Angeles schon lange Hip
Die neuen Mikrojeans nennt man auch Jorts, eine Wortkreuzung aus Jeans und Shorts. Sie sind in Los Angeles seit Jahrzehnten populär. Doch weil es heute eine Unzahl von Celebrity-Magazinen gibt, die den Freizeit-Stil der Berühmtheiten in L.A. und Beverly Hills mittels Paparazzi-Fotos in alle Welt verbreiten, wollen auch die Teenage-Girls bei uns aussehen wie Nicole Richie oder Miley Cyrus, die sich einen Kaffee an der Tankstelle holen.

Um Jorts tragen zu können, hilft  es sehr, jung zu sein. Ein Alter zwischen 16 und 26 ist ideal; davor sehen diese Jeans-Shorts gefährlich lolita-mässig aus, und ab 30 wird‘s dann auch bald einmal ungemütlich, wenn das Beinfleisch bzw. der Teil vom Po, der hinten rausschaut, nicht mehr ganz straff ist. Lange Beine sind auch zwingend, denn die kurzen Stampferli, die man bei uns oft sieht, wirken in solch kurzen Hosen noch dicker.

Mit Strumpfhosen
Man kann die Jorts an kühleren Tagen auch mit Strumpfhosen tragen, allerdings kommt es sehr auf die Strumpfhose an. Denn man muss aufpassen, dass die Strumpfhose kein sichtbares Rumpfteil hat, das aus dem Hosensaum rausschaut. Das ist fast so unsexy wie die vorne heraushängenden Hosentaschen.

Denim Shorts sind für sich schon aufreizend genug, man trägt sie also am besten lässig, etwa zu einem weiten Sweatshirt oder einem halboffenen karierten Hemd, zu einem Matrosen-T-Shirt oder einem locker gestrickten Pulli.

Der passende Schuh dazu
Man sieht die Jorts mit allen möglichen Schuhen, oft etwas derb mit Biker-Boots, lässig-freizeitlich mit Riemchensandalen oder flachen Ballerinas.

Dann etwas französisch-sexy mit knöchelkurzen Stiefeletten mit Cowboy-Absatz oder Wedges, also Keilabsätzen. Ein bisschen zu banal sind sie in Kombination mit Sneakers (also: Turnschuhen), und ein bisschen vulgär sieht es aus mit sehr hohen Pumps oder Stilettos.

Autor/in: Jeroen van Rooijen