Velohelm - die Niederländer mögen ihn nicht

In der Schweiz wird mehr Raum für die Velofahrer gefordert. Die Vorbilder für eine velofreundliche Verkehrspolitik sind die Velohauptstädte Europas, Kopenhagen und Amsterdam. Dort fährt jede und jeder Velo.

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In Amsterdam fällt aber auch auf: die Niederländer tragen auf dem Fahrrad keinen Helm. Wieso eigentlich nicht?

Wer sich ein Stündchen in Amsterdam in ein Strassencafé setzt, der sieht hunderttausende von Velos an sich vorbei flitzen, doch kaum je trägt einer einen Helm. Zwar wäre ein Kopfschutz bei dem dichten Verkehr in Amsterdam sicher keine schlechte Idee, doch das Ding hat unausgesprochen einen schlechten Ruf. Rational argumentiert zwar keiner dagegen jeder, den man darauf anspricht, gibt zu, dass ein Helm vernünftig wäre. Aber eben. So ein Helm ist einfach nicht schön, sagen sie. Die Mädchen fürchten um die Frisur, Jungs um ihre Coolness. Und manche meinen, es sehe zu deutsch aus.

Das Velo ist in Holland für viele das primäre Verkehrsmittel, so selbstverständlich wie Wasser und Brot. Einen Helm zu tragen, würde die Komplexität des alltäglichen Velofahrens erheblich erhöhen. Man hat zusätzliches Gepäck. Zudem wäre der Helm ein Zugeständnis an den motorisierten Verkehr, der zwar zunimmt, aber: Der Holländer hält auf zwei Rädern dagegen. Eine Helmpflicht, wie sie Australien für Radler kennt, ist in den Niederlanden darum nicht denkbar. Eher gibt es in Deutschland eine Autobahnvignette oder ein Geschwindigkeitslimit.

Niederländer tragen sie also nicht. Aber Velohelme sind - rein aus Sicht der Vernunft und Verkehrssicherheit - keine schlechte Sache. Hier sind darum sechs akzeptable Velohelme:

BERN LENOX - ein trendiges Helmlabel, das auch extradünne Helmschalen für Frauen entwickelt. Geschlossene Bauweise, grosse Auswahl an modischen Farben.

GIRO REVERB - der Anti-Helm, eine Art Calimero-Schale ohne Lüftungsschlitze, dafür mit einem kleinen Schild. Wird von Velokurieren geliebt, weil er martialisch aussieht.

POC RECEPTOR COMMUTER - ein minimalistisch-chicer City-Helm, der mit seiner geschlossenen Bauweise allerdings im Sommer etwas viel Stauhitze erzeugen dürfte.

RIBCAP JACKSON - eine Schweizer Entwicklung, die international gut ankommt: Die Strickmütze mit eingebauten Protektoren. Kein richtiger Helm, aber warm.

YAKKAY PARIS - Die Basis ist nichts raffiniertes (eine halbe Bowling-Kugel), doch die verschiedenen Covers in Mützenform machen den Unterschied.

CASQU'EN VILLE - Ähnliches Konzept wie Yakkay, doch der französische Helm ist noch feiner gebaut  und die Styles zum Überziehen noch vielseitiger.

Autor/in: Jeroen van Rooijen, Redaktion: Jeroen van Rooijen