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Tacho - das Automagazin Aktive Veredelung – kann teuer werden

Wer sein Auto in Deutschland aufhübschen will, muss seit diesem Jahr viel Geld flüssig haben. Die Kaution, die beim Zoll hinterlegt werden muss für eine sogenannte aktive Veredelung, liegt schnell einmal im fünfstelligen Bereich. Eine umstrittene Vorschrift, die bei Missachtung teuer werden kann.

Zollbeamte durchsuchen ein Auto.
Legende: Wer die Vorschriften missachtet, muss tief in die Tasche greifen. Keystone

Ein Schweizer Autobesitzer fährt nach Deutschland, lässt eine Anhängerkupplung montieren und fährt wieder in die Schweiz. Das nennt man im Fachjargon «aktive Veredelung». Der Wert des Fahrzeugs wurde in Deutschland gesteigert und das Fahrzeug wieder ausgeführt. Der Autobesitzer profitiert so von günstigen Preisen und der Rückerstattung von 19% Mehrwertsteuer. Bislang war das kein Problem.

Seit diesem Jahr ziehen aber die deutschen Behörden ein EU-Recht durch, bei dem alle aktiven Veredelungen vorgängig beim Zoll angemeldet werden müssen. Und damit nicht genug: Beim Grenzübertritt muss eine Kaution von 10% des Fahrzeug-Zeitwerts und 19% Mehrwertsteuer auf die Gesamtsumme hinterlegt werden. Bei einem Fahrzeugwert von 50 000 Franken muss der Besitzer also weit über 10 000 Franken beim Zoll hinterlegen, nur, um in Deutschland die Anhängerkupplung montieren zu lassen.

Händler sollen Verfahren übernehmen

Ursprünglich hatte das Verfahren zum Ziel, gegen Autoschmuggler vorzugehen. Trotzdem stellt sich die Frage nach dem Nutzen und Ertrag dieses Gesetzes. Nebst viel Bürokratie müssen Schweizerinnen und Schweizer nun viel Geld mitbringen, wenn sie ihr Fahrzeug in Deutschland modifizieren lassen – eine abschreckende Vorschrift. Die Betriebe in grenznahen Gebieten verzeichnen bereits einen Rückgang der Schweizer Kundschaft. Sie sprechen von einer reinen Schikane der Behörden. Die Schweizer Betriebe dürfte es freuen. Das Nachsehen haben die Schweizer Fahrzeugbesitzer.

Der deutsche Zoll sieht die Lösung darin, dass die Händler das Verfahren für die Kundinnen und Kunden übernehmen. Doch nicht alle Unternehmen können sich einen Vorschuss von mehreren zehntausend Euro leisten, vor allem kleine nicht. Und ob es sich lohnt, nach dem administrativen Mehraufwand fünf Stunden für das Montieren von neuen Felgen zu verrechnen, ist fraglich.

Eine Pauschallösung scheint nocht nicht in Sicht. Auf jeden Fall ist das Gesetz Ernst zu nehmen. Wer es missachtet, dem drohen die vollständige Zahlung von Zoll und Mehrwertsteuer und unter Umständen ein Strafverfahren. Unwissen schützt dabei auch nicht.

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