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Tacho - das Automagazin Rundstreckenverbot ade?

Seit dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1955 mit 84 Toten gilt in der Schweiz ein Verbot für Rundstreckenrennen. 2018 soll zum ersten Mal wieder eines auf Schweizer Boden stattfinden – ein Formel E Rennen. Wird nun das Verbot zu Gunsten der Elektromobilität aufgehoben?

Start eines Formel E Rennens.
Legende: Unter Auflagen sind Formel E Rennen trotz des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz erlaubt. FIA Formula E

Am 10. Juni 2018 soll es soweit sein: Das erste Formel E-Rennen mitten in der Stadt Zürich. Doch der Weg dorthin ist lang. Seit dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit 84 Toten im Jahr 1955 sind Rundstreckenrennen in der Schweiz aus Sicherheitsgründen verboten.

Über 60 Jahre später sind verschiedene Motorsportorganisationen, Automobilverbände aber auch Politiker der Ansicht, dass sich die Sicherheitsmassnahmen drastisch verbessert haben. Sie verlangen eine Aufhebung des Verbots. Bislang scheiterten die Vorstösse im Parlament aber aufgrund ökologischer Kriterien. Insbesondere die Lärmemissionen waren den Gegnern ein Dorn im Auge.

Beschränkte Höchstgeschwindigkeit

Da Lärm bei der Formel E weniger ins Gewicht fällt, entschied sich der Bundesrat 2015, Ausnahmebewilligungen für Rennen mit Elektrofahrzeugen zu erteilen. Aber nicht nur der ökologische Faktor bewog ihn zu diesem Entscheid: Eine E-Meisterschaft liege im Interesse der Wirtschaft und stärke den Forschungsstandort Schweiz im Bereich Elektromobilität.

Doch die Frage der Sicherheit – dem Ursprung des Rundstreckenverbots – bleibt weiterhin bestehen. Der Bundesrat beauftragt aus diesem Grund die kantonalen Behörden, bei Rundstreckenrennen geeignete Auflagen zu erstellen, welche die Verkehrssicherheit zu jedem Zeitpunkt gewährleisten. Dies erreichten sie zum Beispiel durch die, an den Rennkurs angepasste Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge.

Strecke des Formel E Rennens.
Legende: 2.46 Kilometer lang ist die vorgesehene Strecke für das Formel E Rennen in Zürich. Google Maps/SRF

In Zürich hat der Stadtrat grünes Licht gegeben, das Rennen unter Auflagen durchführen zu dürfen. Trotzdem stehen den Organisatoren noch ein paar Hürden im Weg. So ist beispielsweise eine Sperrung der Strecke und Umleitung des öffentlichen Verkehrs nur von Freitagabend bis Montagmorgen erlaubt. Ein hoher Zeitdruck für die Organisatoren, denn Verkehrsinseln müssen verschoben und Tramgleise abgedeckt werden.

Läuft alles nach Plan, startet 2018 auch der Schweizer Formel E Weltmeister von 2016, Sébastien Buemi erstmals auf heimischem Boden. Offen bleibt, ob die Formel E ein Wegbereiter für «klassische» Rundstreckenrennen sein wird und das Verbot in der Schweiz gänzlich aufgehoben wird.