Sébastien Fanti - Social Media benutzen, um zu töten

Kriminalität im Internet: Viele denken da an Terrorismus. Das grösste Problem seien aber die Taten gewöhnlicher Leute, sagt Sébastien Fanti, Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter des Kantons Wallis; er ist Gast von Susanne Brunner.

Portraitbild von Sébastien Fanti.
Bildlegende: Sébastien Fanti. Keystone

Allein im Kanton Wallis gibt es pro Jahr rund 40 Fälle von «Sextortion», Fälle von Erpressung mit Nacktfotos beispielsweise. Täglich werden in der Schweiz Menschen via Social Media verunglimpft, verleumdet, bedroht, erpresst, betrogen. Die Liste ist lang. Fanti ist alarmiert: «Wenn die Leute verstehen, dass es fast nicht möglich ist, Informationen im Netz zu löschen, werden sie hoffentlich weniger von sich preisgeben.»

Besonders schlimm findet Sébastien Fanti Fälle von Identitätsdiebstahl, wenn also jemand unter fremdem Namen furchtbare Dinge publiziert. Die Opfer können sich kaum dagegen wehren, weil Fachkenntnisse und Recht den immer neuen Bedrohungen im Internet hinterherhinken. So ist Identitätsdiebstahl nicht verboten in der Schweiz. Ein Missstand, meint Fanti: «Normalerweise müssen die Länder bei grossen Gefahren globale Regeln festlegen. Für die sozialen Medien aber gibt es das nicht.»

An einem Forum des Verbandes Schweizerischer Polizeibeamten zum Thema Social Media und Innere Sicherheit ist er einer der Hauptreferenten.

Moderation: Susanne Brunner