Wolfgang Schüssel zu EU und «Brexit»: «Kühlen Kopf bewahren»

  • Dienstag, 28. Juni 2016, 13:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 28. Juni 2016, 13:00 Uhr, Radio SRF 1 und Radio SRF 4 News
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 28. Juni 2016, 20:33 Uhr, Radio SRF 4 News
    • Mittwoch, 29. Juni 2016, 2:33 Uhr, Radio SRF 4 News
    • Mittwoch, 29. Juni 2016, 4:33 Uhr, Radio SRF 4 News

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist ein überzeugter Europäer, und er hat vor den Folgen eines «Brexit» gewarnt. Die EU diskutiert in Brüssel das «Wie weiter?» Susanne Brunner stellt dem ÖVP-Politiker dieselbe Frage.

Wolfgang Schüssel. Portraitbild.
Bildlegende: Wolfgang Schüssel. Keystone

Wolfgang Schüssel wurde einen Monat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien geboren. Als Politiker der Nachkriegsgeneration war für ihn klar, dass es nie mehr Krieg in Europa geben darf. Die Europäische Union ist für ihn in erster Linie ein Friedensprojekt. Das sehen aber immer mehr Menschen in Europa nicht mehr so. Die Briten wollen sich von der EU verabschieden und stürzen die EU damit in ihre bisher grösste Krise. «Ich war entsetzt», sagt Wolfgang Schüssel über das Abstimmungsresultat. Bereits rufen Niederländer und Franzosen auch nach einer Abstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union. Die Einigung Europas kommt bei vielen nicht als Friedensprojekt an, weil sie keine Arbeit finden, unter rigiden Sparmassnahmen leiden – und unter der Konkurrenz von Migranten. Die Jugendbeschäftigung sehe auch er als eines der wichtigsten Themen der EU, so Wolfgang Schüssel. Die EU können da sicher helfen, doch es seien vor allem die einzelnen Regierungen gefordert. «Auch der Schutz der Aussengrenze ist ein zentrales Gebot.» Zum «Brexit» sagt er: «Die EU darf jetzt nicht mit Rachegedanken auftreten, sondern muss einen kühlen Kopf bewahren und den Zusammenhalt der 27 Mitglieder gewährleisten.» Wolfgang Schüssel war österreichischer Wirtschaftsminister, Aussenminister und von 2000 bis 2007 Bundeskanzler. Er war ebenfalls Präsident des Europäischen Rates.

Moderation: Susanne Brunner