Das goldene Band

Im zweiten Teil der Hannoveraner «Tatort»-Doppelfolge bekommt es LKA-Hauptkommissarin Charlotte Lindholm mit einer gefürchteten Rocker-Gang zu tun, die das Rotlichtmilieu kontrolliert.

Wenige Wochen nach der Verhaftung des Mörders einer jungen Zwangsprostituierten wird der Täter selber Opfer eines Totschlags in der JVA Langenhagen. LKA-Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) zeigt grosses Interesse an den Tathintergründen, denn sie glaubt, damit ihren alten Fall wieder aufnehmen zu können, der für sie unbefriedigend ausging. Damals vergnügten sich einige Herren der feinen Gesellschaft mit jungen Mädchen, die schwer misshandelt und anschliessend einfach weggeworfen wurden. Charlotte gelang es zwar, an Mittelsmänner heranzukommen, doch die wahren Täter blieben verborgen.

Gemeinsam mit der ermittelnden Kripobeamtin Prinz (Alessija Lause) geht sie nun einem Hinweis des Toten nach, der sie zum Ort der damaligen Party bringt. Das Schlösschen ist im Besitz des Hannoveraner Immobilien-Tycoons Kaiser (Bernhard Schir). In seinem Dunstkreis findet sie zu ihrer grossen Überraschung noch jemanden wieder: ihren Freund Jan Liebermann (Benjamin Sadler). Seine journalistische Recherche um einen Immobilienskandal und Charlottes Ermittlung scheinen denselben Gegenstand zu haben: Am Tag der Ermordung des Mädchens wurde in dem Schlösschen eine Party zur Umstellung der Alterssicherung der Republik gefeiert. Ein Zufall?

Für einen Moment lang öffnen Charlotte und Jan einen Spalt breit die Tür zum Maschinenraum der Macht in ihrer Stadt. Doch die Beweislage ist dürftig. Um an die prominenten Hintermänner zu kommen, muss sich Charlotte Lindholm persönlich weit hinauswagen, um den Fall zu lösen. Eine Reise nach Weissrussland gerät dabei zur inneren Reise in ihre persönlichen Ängste. Was sie mitbringt, ist die Wahrheit über Hannover und über sich selbst.