60 Jahre Contergan: Ein Medikament mit gravierenden Folgen

10'000 Kinder kamen zwischen 1957 und 1962 mit schwersten Behinderungen zur Welt. Der Grund: Ihre Mütter hatten während der Schwangerschaft das Beruhigungsmittel «Contergan» geschluckt. Die Sendung «Treffpunkt» blickt zurück auf einen der grössten Medizinskandale des 20. Jahrhunderts.

CVP-Nationalrat Christian Lohr aus dem Kanton Thurgau sitzt im Rollstuhl im Nationalratssaal
Bildlegende: CVP-Nationalrat Christian Lohr (55) hat gelernt, mit seiner Behinderung ein eigenständiges Leben zu führen. Keystone

Thalidomid heisst der Wirkstoff, der im Schlafmittel Contergan und in anderen Medikamenten enthalten war, und schwere Missbildungen bei Embryonen verursachte. Auch die Mutter des Thurgauer CVP-Nationalrats Christian Lohr bekam Anfang der 1960er-Jahre ein Medikament verschrieben, das Thalidomid enthielt. In der Sendung «Treffpunkt» berichtet der heute 55-jährige Lohr, wie er gelernt hat, ohne Arme und mit missgebildeten Beinen und Füssen sein Leben zu meistern. Und er sagt, wie er mit dem Älterwerden umgeht, das für ihn ganz besondere Herausforderungen bereithält.

Ausserdem erklärt Karoline Mathys vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic, weshalb ein Skandal wie jener rund um Contergan heute kaum mehr entstehen könnte.

CVP-Nationalrat Christian Lohr im Porträt (aus Schweiz aktuell, 14.11.2011)

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Anna Wepfer