Boko Haram und die Kinder Kameruns

Seit Jahren ist die islamistische Terrorgruppe «Boko Haram» für Anschläge, Entführungen und Selbstmordattentate berüchtigt. Betroffen ist die Region des Tschadsees, vor allem aber Nigeria. Auch im Norden Kameruns terrorisiert die Gruppe seit 2014 die Bevölkerung. Leidtragende sind oft auch Kinder.

Junge Mütter sitzen auf einer Bank mit ihren Kindern auf dem Schoss.
Bildlegende: Mütter mit ihren Kindern im Spital von Mora, Kamerun SRF

Der zirka 12-jährige Prosper wurde Opfer eines Terroranschlags. Letzten Herbst kamen Mitglieder der Terrororganisation «Boko Haram» in sein Dorf, brachten Dutzende Menschen um, darunter auch seine Eltern, und steckten das Dorf in Brand. Prosper überlebte mit schweren Verbrennungen, die noch immer intensiver Pflege bedürfen – von den seelischen Wunden ganz zu schweigen.

Mangelernährte Kinder, hilflose Mütter

Die Babys und Kleinkinder im Spital von Mora haben es nicht minder schwierig: Sie sind unterernährt, werden wegen Tuberkulose, Malaria oder einer schweren Form von Durchfall behandelt. Aber werden die Eltern die Kinder in Zukunft genügend ernähren können und sie vor Krankheiten schützen?

Oder sehen die Ärzte und Pflegenden dieselben Kinder schon bald wieder? Gut möglich, wenn sich die wirtschaftliche Lage im Norden Kameruns nicht ändert. So lange «Boko Haram» die Region immer wieder mit Anschlägen erschüttert, wird es schwierig bleiben, an genügend Lebensmittel zu kommen.

Hoffnung auch aus der Schweiz

Der Glückskette-Partner «Médecins sans frontières» stellt sich diesen Herausforderungen und kümmert sich um mangelernährte und kranke Kinder, um deren Mütter und um Terroropfer.

Der «Treffpunkt» gibt einen Einblick in eine Arbeit, die ein Stück Hoffnung in eine schier ausweglose Situation bringt. Und zeigt, was mit Spendengeldern bewirkt werden kann.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Ladina Spiess