Das war die Schweiz im Kalten Krieg

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 und damit dem Fall des Eisernen Vorhangs war auch in der Schweiz die heisse Phase des Kalten Kriegs; eines imaginären Kriegs mit verschiedenen Bedrohungsszenarien.

Teile der Berliner Mauer liegen zerstört am Boden.
Bildlegende: Mit dem Mauerfall in Berlin endete auch in der Schweiz der Kalte Krieg. Keystone / Pawel Supernak

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Blockbildung Ost-West, Russland gegen Amerika. Der Kalte Krieg in der Schweiz und in anderen Ländern war stellvertretend dafür.

Anti-kommunistische Hochburg

Die Schweiz entwickelte sich zu einer anti-kommunistischen Hochburg. Wer des Kommunismus verdächtigt wurde, erfuhr Ausgrenzung und musste mit einer Entlassung rechnen.

Die Schweiz war in diesen rund 45 Jahren in permanenter Defensive, in einer Igelmentalität, gegen kommunistische Wühler im Untergrund.

Zivilschutz ins Leben gerufen

Mit der Gründung des Zivilschutzes und dem Bau unzähliger Bunker und vor allem Luftschutzkellern wollte man der nuklearen Bedrohung etwas entgegensetzen.

Fichenaffäre nahm ihren Lauf

Es etablierte sich ein Überwachungsstaat, der sich in zahlreichen geheimen Archiven zeigte und der sich zum Fichenskandal ausweitete.

Rund 900'000 Menschen in der Schweiz sind fichiert worden. Die Bunkermentalität und das Sicherheitsdenken dieser Zeit suchte international ihresgleichen.

Buchhinweis:
Thomas Buomberger: Die Schweiz im Kalten Krieg 1945-1990. Verlag HIER UND JETZT, Baden 2017. 2. Auflage.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Jürg Oehninger