Neues Leben im Krisengebiet

«Jedes Kind ist ein Zeichen der Hoffnung». Davon ist die junge irakische Frau in einer Geburtsklinik in der Nähe von Mosul überzeugt. Sie hat einen gesunden Buben zur Welt gebracht. Hoffnung brauchen die Menschen im Norden Iraks: Die Region, ja das ganz Land, kommt seit Jahren nicht zur Ruhe.

Geburtsraum, sehr einfach eingerichtet mit drei Betten
Bildlegende: Geburtszimmer in der Klinik im irakischen Tal Maraq Glückskette

Die Unruhe im Land hat auch Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. In vielen Regionen des Landes gibt es kaum Ärzte, geschweige denn Spitäler. Die Organisation «Médecins sans frontières» MSF ist unter anderem im Nordirak mit mobilen Kliniken unterwegs.

Das Herzstück ihrer Arbeit ist jedoch die Geburtsklinik in Tal Maraq, ein Dorf rund 60 Kilometer von Mosul entfernt. Dort werden Schwangere unentgeltlich medizinisch versorgt und können ihre Kinder in einem sicheren Rahmen gebären.

Gut ausgelastete Geburtsklinik

Die Klinik bietet im Geburtsraum drei Plätze, die zeitweise fast ununterbrochen belegt sind. Im März alleine sind 249 Babys zur Welt gekommen. Für das Team eine grosse Herausforderung.

Die meisten Frauen kommen ursprünglich aus Mosul und wurden samt ihren Familien vertrieben. Sie leben entweder bei Bekannten oder fanden in den Dörfern rund um Tal Maraq Unterschlupf. Die Lebensumstände sind bisweilen prekär, die hygienischen Bedingungen gerade für Geburten äusserst schwierig. Umso wichtiger ist für die Frauen das Angebot der Geburtsklinik.

Der «Treffpunkt» gibt einen Einblick in die Arbeit der Klinik. Ein Mitarbeiter von MSF erklärt, wie die fragile Sicherheitslage in die Arbeit einfliesst und das Leben der Mitarbeitenden und der Gebärenden bestimmt.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Ladina Spiess