Plastik – so viel Müll muss nicht sein

Plastikabfälle verpesten die Weltmeere. Deshalb fordert die EU-Kommission nun ein Verbot von Wegwerfartikeln aus Plastik. Betroffen wären etwa Einweggeschirr und Trinkröhrchen. Der «Treffpunkt» fragt: Was taugt ein solches Verbot und wie können wir sonst unseren Plastikverschleiss reduzieren?

Strand in Senegal ist übersät mit Plastikmüll
Bildlegende: Rund 500'000 Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in den Weltmeeren und werden von dort an die Küsten in der ganzen Welt gespült. Keystone

Plastik ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Von der Zahnpasta-Tube über den Plastikteller am Take Away-Stand bis hin zum Trinkhalm an der Bar – überall haben wir es mit dem beliebten Kunststoff zu tun. Aus gutem Grund: «Plastik hat wahnsinnig viele Vorteile, es ist ein leichtes Material und lässt sich zu allen möglichen Formen verarbeiten», sagt Damian Oettli, Leiter «Konsum und Wirtschaft» beim WWF Schweiz.

Schon kleine Hürden bringen Umdenken

Im Alltag auf Plastik zu verzichten, sei gar nicht so einfach, so Oettli. Oft fehle es an Alternativen. Und wenn es sie gebe, so seien sie mit Blick auf die Umwelt auch nicht zwingend besser. So könne etwa eine Glasflasche in der Herstellung und im Transport aufwändiger sein als eine Petflasche. Grundsätzlich seien die Menschen aber bereit, sich umzugewöhnen, es reicht oft schon eine kleine Hürde, wie das Beispiel der Raschelsäcke zeigt: Seit die Plastiksäcke beim Grossverteiler 5 Rappen kosten, ist ihr Verbrauch um über 80 Prozent zurückgegangen.

Ein Verbot bestimmter Plastikprodukte, wie es die EU-Kommission nun vorschlägt, betrachtet Oettli als einen Schritt in die richtige Richtung. Er vermutet zudem, dass bereits die Debatte zum Thema innovative Ideen fördern werde, zum Beispiel im Bereich umweltfreundlicherer Verpackungen.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Anna Wepfer