Unruhe in der Taxibranche

Taxifahrer in der Schweiz sind unter Druck. Die Arbeitsbedingungen sind schwierig und die Konkurrenz und die Kollegen, die sich nicht an Regeln halten, machen vielen das Leben schwer. Der «Treffpunkt» beleuchtet die Branche und Reza Gholipour gewährt Einblick in seinen Zürcher Taxifahrer-Alltag.

Taxis stehen hintereinander.
Bildlegende: Taxis warten am Taxi-Standplatz vor dem Zürcher Hauptbahnhof. Keystone

Mit einer Kundgebung in Bern wollen die Taxichauffeure am 29. Februar auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen. Unter ihnen ist auch Reza Gholipour, Taxichauffeur aus Zürich. Vor zehn Jahren habe er keine 20 Minuten auf neue Kundschaft gewartet, erzählt er. Heute komme es vor, dass er bis zu drei Stunden keine Fahrten habe. Ausserdem wollten die Kundinnen und Kunden schnell von A nach B kommen und erhöhten so den Druck auf die Fahrerinnen und Fahrer zusätzlich.

Der Markt ist übersättigt

Stefan Huwyler, Sekretär Fachgruppe Taxi vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG, kennt die Probleme der Fahrer und Taxiunternehmer. Die Konkurrenz ist vor allem in den Städten ein Problem, der Markt ist übersättigt. Deshalb werden Taxifahrer aus den Agglomerationen in den Städten nicht gern gesehen, genauso wie ausländische Taxiunternehmer in grenznahen Kantonen.

Qualität der Taxidienste steigern

Hinzu kommt die Konkurrenz durch «Uber», die Onlinevermittlung von Fahrdiensten. Diese Konkurrenz-Situation gesetzlich zu regeln, sei die eine Seite. Andererseits geht es laut Huwyler darum, den Ruf der Taxibranche zu verbessern. Dazu müsse die Qualität der Taxidienste besser werden, ist er überzeugt.

Taxigeschichten aus der Hörerschaft

Während der Sendung erreichten uns zahlreiche Taxigeschichten aus der Hörerschaft, zum Beispiel:

Vreni Meyer, Muttenz BL

Wir waren im Urlaub in Kenia und wollten mit dem Taxi vom Hotel nach Mombasa. Wie üblich fragte der Taxifahrer, woher wir kämen. Da die Wenigsten wussten, wo die Schweiz liegt, und sie das Land auch meistens mit Schweden verwechselten, antworteten wir: «Aus Basel.» Da fragte er uns im besten Schweizerdeutsch: «Grossbasel oder Chlibasel?» Er hatte sich das Geld für sein Taxi mit Arbeiten in Basel zusammengespart.

Romain Cadario, Schaffhausen

Vor ein paar Jahren nahmen wir in Los Angeles ein Taxi, um ins Hotel zu kommen. Das Lustige daran: Der Fahrer fuhr auf die andere Seite der Strasse – und wir waren im Hotel. Wir haben alle laut gelacht.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Ladina Spiess