Wir geben den Schätzen im Geschirrschrank eine Stimme

Man braucht es selten, doch es wird hoch geschätzt. Wertvolles Porzellan oder das Familiensilber, das höchstens an Feiertagen auf den Tisch kommt. Der «Treffpunkt» fragt: Welche Schätze verstecken sich in Ihrem Geschirrschrank?

Altes Geschirr auf einem Tisch ausgebreitet.
Bildlegende: Echte Schätze oder wertloses Porzellan? Colourbox

Teller und Eierbecher von Meissen oder Rosenthal, das Silberbesteck der Urgrossmutter und die Kristallgläser aus der Vorkriegszeit: In vielen Schweizer Haushalten lagern Erbstücke mit einem hohen Liebhaberwert. Nur selten, an Festtagen wie Ostern, werden sie gebraucht.

Im «Treffpunkt» ist eine Expertin für Geschirr und Silberbesteck zu Gast. Sie sagt, diese Schätze hätten häufig nur eine emotionale Bedeutung für die Besitzer. Zu Geld machen liessen sie sich aber nur schwer.

Schreiben Sie uns, welche Geschichten sich in Ihrem Geschirrschrank zu Hause verstecken!

Beatrice Herger, Sobrio: «Ich habe nur noch ein einzelnes Stück eines sehr, sehr alten Tellers meiner Grossmutter. Sie bekam als Kind, ca. 1895-1900, ihre Weihnachtsguetzli auf diesem Teller geschenkt. Meine Grossmutter hat auf dem Teller hinten notiert: Mein Guetzli-Teller unter dem Weihnachtsbaum.»

Christiana Bach: «Ich finde es schade, Geschirr hauptsächlich nach seinem Wert zu beurteilen. Bei uns in der Familie war es so, dass jeder sein eigenes Geschirrset hatte. Befreundete Gäste (auch die besten Freunde der Kinder), die häufiger bei uns assen, bekamen von uns ihr eigenes Geschirr geschenkt. Dieses blieb allerdings bei uns und wurde bei Besuchen aufgetischt. Ich finde das eine schöne Tradition, die Gastfreundschaft und Wertschätzung gegenüber den Gästen zeigt.»

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Anna Wepfer/Rebekka Haefeli