«Ja, auch Gehörlose haben einen unterschiedlichen Musikgeschmack»

Fabienne, 33 Jahre alt und seit Geburt gehörlos, mag gerne Techno. Im Unterschied zu hörenden Menschen nimmt sie die Musik allerdings nicht über die Ohren wahr, sondern über den Bauch. Bei «True Talk» spricht sie über Musik, Vorurteile und «ihre» Sprache.

Mal ehrlich: Viele von uns stellen sich die Gehörlosigkeit schrecklich vor. Als eine graue Welt, in der die Betroffenen ein stilles, einsames Dasein fristen. Dass dem nicht so ist, beweist nicht nur die vielfältige Ausgestaltung der Gebärdensprache, sondern auch die Schönheit dieser Kommunikationsform. «Viele Menschen denken ja, ich sei stumm», sagt Fabienne. Das stimme aber nicht, sie könne durchaus sprechen, bevorzuge aber die Gebärdensprache, weil sie so schön sei: «Die Gebärdensprache ist, als ob ich mit meinen Händen tanzen würde. Es sieht niemals doof aus!»

Auch dass Fabienne sozial isoliert lebt ist nur eines von vielen Klischees, mit dem sie in ihrem Alltag ständig konfrontiert wird. Ein anderes ist die Annahme, dass Gehörlose Eltern zwingend auch gehörlose Kinder haben. Dieses Vorurteil widerlegt Fabienne alleine durch ihre Familiensituation: Sie hat eine hörende Tochter zur Welt gebracht – mit einem Mann, der ebenfalls gehörlos ist. Wie sich die beiden mit dieser Situation arrangiert bzw. organisieren haben und was sich Fabienne von Schweizer Arbeitgebern wünscht, erklärt sie bei «True Talk».

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