«Menschen sollten selbstbestimmt sterben dürfen»

Über 720 Menschen hat Exit Deutsche Schweiz im Jahr 2016 in den Freitod begleitet. Bei «True Talk» erzählt Erica, wie eine solche Begleitung abläuft, mit welchen Vorurteilen sie immer wieder konfrontiert wird und warum man die Menschen lieben muss, um sie in den Tod zu begleiten.

Seit 1982 begleitet der Verein Exit Deutsche Schweiz kranke Menschen in den Freitod. Dass es in der Schweiz möglich ist, diesen Weg zu gehen, hat für Erica viel mit Würde zu tun – und nichts mit Mord. «Zu einer offenen Gesellschaft gehört für mich dazu, dass nicht die Medizin entscheidet, ob man als alter oder schwerkranker Mensch aus dem Leben scheiden darf, sondern man selber.» Den Vorwurf, Sterbebegleiter würden im Rahmen ihrer Arbeit Morde begehen, kennt sie zwar, aber «Sterbebegleitung hat nichts mit Mord zu tun. Denn sie findet ja im Einverständnis mit den Betroffenen statt. Ich übernehme keine aktive Rolle, sondern ich bin nur die Überbringerin des Mittels.»

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