Sektenaussteigerin: Katharina ist dem Guru entkommen

Katharina hat ihre Kindheit im mittelamerikanischen Dschungel verbracht – als Mitglied der Sekte «Lichtoase». Wie sie den Ausstieg geschafft hat, wie sie das Leben danach meistert und welche Vorurteile über Sekten zutreffen und welche nicht, erzählt sie bei «True Talk».

Katharinas Eltern glaubten an die Allmacht ihres Gurus – und traten der «Lichtoase» bei, als Katharina 10 Jahre alt war. Ihren Ausstieg aus der Sekte hat Katharina dank einem anderen Sektenmitglied geschafft: der Schweizerin Lea Saskia Laasner. Der damals 21-Jährigen gelang die Flucht aus dem Dschungel – und daraufhin flohen auch der Guru und sein Medium. «Sie hatten wohl Angst, wegen Kindsmissbrauchs angezeigt zu werden» erzählt Katharina, «und ich konnte daraufhin endlich über meine Gedanken und Gefühle nachdenken und mit meiner Familie sprechen».

Heute lebt Katharina wieder unabhängig. Was von einem Leben in der Sekte am längsten nachhallt, ist jedoch der Selbsthass. «Ich musste so lange Teile von mir abspalten und verleugnen, mir wurde so lange beigebracht, mir selber und meiner Wahrnehmung nicht zu trauen» sagt Katharina. «Und den Selbsthass, der damit einhergeht, abzulegen, das dauert Jahre.»

Katharina hat inzwischen einen Bachelor in Psychologie gemacht und arbeitet als Beraterin und Selbsthilfegruppenleiterin für Sektenaussteiger und als freischaffende Autorin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Schweiz.

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