Linthebene: Herbstlicher Ausflug zwischen Zürich- und Walensee

Die Linthebene ist ein beispielhaftes Vorbild der Gewässerkorrektion in der Schweiz. Im 18. Jahrhundert stand die Gegend zwischen dem Walen- und dem Zürichsee mehrheitlich unter Wasser und kämpfte unter anderem mit der Malaria.

Die eingebettete Linth im Glarnischen Ziegelbrücke mit der Eisenbahnbrücke Richtung Glarnerland.
Bildlegende: Die eingebettete Linth im Glarnischen Ziegelbrücke mit der Eisenbahnbrücke Richtung Glarnerland. Keystone

Erst durch das Jahrhundertbauwerk der Linthkorrektion von 1807 bis 1822 durch Hans Conrad Escher und die spätere Umgestaltung der Ebene um 1937 konnte die Region für die Landwirtschaft und den Tourismus genutzt werden.

Naherholungsgebiet
Das Linthgebiet zwischen Weesen und Schmerikon ist heute ein touristisch sehr stark genutztes Gebiet. Im flachen Terrain lässt sichs gut spazieren, Fahrrad oder Inline-Skates fahren. Naturfreunde können im Kaltbrunner-Ried seltene Vögel beobachten und Flugfreunde finden auf dem Segelflugplatz Schänis ihr Hobby.

Eine Oase der Ruhe ist der Wallfahrtsort Maria Bildstein auf dem Benkner Büchel. Mitten im Wald findet sich hier ein Wallfahrtsort, wie er sonst nirgends in der Schweiz zu finden ist. Historische Städtchen wie Uznach oder Weesen runden das Angebot kulturell ab.

Inline-Mekka der ersten Stunde
Durch seine Topographie und die von Strassen und Strässchen durchzogene Lage hat sich die Linthebene in den Anfangsjahren der Inline-Bewegung stark dem neuen Sport gewidmet. Heute kann man unter verschiedenen Routen auswählen. Entlang der Strecke findet man Einkehrmöglichkeiten und Inline-Servicestationen. (Giessen-Benken)

Stundenlange Wanderungen entlang dem Linthkanal
Zwischen Schmerikon am Zürichsee und Weesen am Walensee kann man stundenlang geradeaus, entlang des Linthkanals spazieren.

Dabei läuft man auf dem Damm des Kanals, der auf beiden Seiten durch Entwässerungskanäle begleitet wird. Auf dem Weg vom Zürich- zum Walensee ( rund 18 Kilometer) passiert man die alte Grenzstation Grynau aus dem Mittelalter oder auch das Naturschutzgebiet Kaltbrunner Ried.

Linth 2000
Der Linth- Escher Kanal von Mollis in den Walensee und der Linthkanal als Ausfluss des Walensees hinunter in den Zürchsee, schützen die Ebene seit 1822 von Überschwemmungen. Bei den Hochwassern von 1999 und 2005 konnte das Brechen der Dämme am Linthkanal nur knapp verhindert werden.

Bis 2013 sind darum umfassende Sanierungen des Linthkanals im Gange. Dabei werden die Dämme verstärkt und die Entwässerungskanäle zum Teil geöffnet und zu natürliche Flussanlagen umgebaut.

Autor/in: Marcel Hähni