Jakob Kellenberger ausgezeichnet

Der abtretende IKRK-Präsident gewinnt den «SwissAward» in der Kategorie Politik.

Jakob Kellenberger Dr. phil. - IKRK-Präsident von 2000 - 2012

Gewinner des «SwissAwards» in der Kategorie Politik für seine Verdienste als langjähriger IKRK-Präsident, der sich zeitlebens für die Menschenrechte eingesetzt hat.

Dr. phil. Jakob Kellenberger ist sicher einer der einflussreichsten Schweizer auf der Bühne der internationalen Politik. Kaum ein Staatschef, mit dem Kellenberger nicht verhandelt hat. Dank ihm konnte vielerorts noch grösseres Leid verhindert werden. Die Jahresmedienkonferenz des IKRK in Genf im Juni war die letzte von Kellenberger als Präsident. Der Spitzendiplomat galt als unermüdlicher und oft unbequemer Kämpfer für das humanitäre Völkerrecht. Mit Kellenberger tritt ein glaubwürdiger und hartnäckiger Verhandlungsführer von der Spitze des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ab. Unermüdlich besuchte der Appenzeller Kampfgebiete und sprach dabei ohne militärischen Schutz mit allen Kriegsparteien – auch mit den Taliban.

Die weiteren Nominierten waren:

Paolo Bernasconi - Anwalt in Lugano / Professor für Wirtschaftsrecht Uni St. Gallen

Nominiert für seinen Kampf für einen neuen politischen Stil im Kanton Tessin, für Anstand und Fairness - auch in der Politik.

Der ehemalige Staatsanwalt hat sich mit grossem Einsatz gegen den politischen Stil des Lega-Präsidenten Giuliano Bignasca erhoben. Es gehört zu den Markenzeichen der rechtspopulistischen Lega dei Ticinesi, in rüdem Ton in der gratis aufliegenden Parteizeitung «Mattino della domenica» gegen ihre politischen Gegner vom Leder zu ziehen. Bernasconi hat genug davon, dass die Zeitung Woche um Woche Ausländer und ungeliebte Kommunalpolitiker an den Pranger stellt. Im Oktober 2011 gründete er den Verein «Associazione Bel Ticino», der mit mehreren ganzseitigen Inseraten an die Öffentlichkeit getreten ist und unter anderem gefordert hat, die Verbreitung des Mattino in Schulen zu verbieten.

Christine Egerszegi-Obrist - Ständerätin FDP Kanton Aargau

Nominiert für ihre beständige politische Arbeit und das überwältigenden Resultat der Initiative «Jugend und Musik», zu deren Erfolg sie massgeblich beigetragen hat.

Die Musik erhält ihren Platz in der Verfassung. Die im Befürworterkomitee federführende FDP-Ständerätin ist sehr erfreut über das Volks-Ja zur Förderung der Jugendmusik. Mit dem neuen Verfassungsartikel wird diese zur Aufgabe von Bund und Kantonen. Dadurch soll die musikalische Bildung in der Schweiz stärker gefördert werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Die Vorlage wurde mit 72,7 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen. Egerszegi, Präsidentin der IG «Jugend und Musik» und der parlamentarischen Gruppe Musik, begleitet die Umsetzungsarbeiten nun.