Musiklegenden: «Die Hazy Osterwald Story»

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Die Hazy Osterwald Story erzählt von einem jungen Musiker, der die Arbeit in einer Big Band satt hat. In einem engen Hotelzimmer gründet er zusammen mit Kollegen ein Sextett. Der Weg der Gruppe ist so holprig wie das Zürcher Altstadtpflaster, wo sie entstand, aber er führt zum Welterfolg.

«Die Hazy Osterwald Story», von Regisseur Franz Josef Gottlieb 1961 für die Urania-Film Zürich produziert, wurde von SRF aufwendig restauriert und ist nun in High Definition zu sehen.

Zoff in einer Big Band: Der Gerichtsvollzieher hat eben die Abendgagen konfisziert, neue Verträge sind nicht unterschrieben. Der Leader und Hazy Osterwald, der erste Trompeter, haben völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Weg, der in die Zukunft und zum Erfolg führen soll. Hazy zieht die Konsequenzen: Zusammen mit zwei Kollegen steigt er aus, um künftig in einer eigenen Kleinformation zu spielen. Noch fehlen allerdings ein paar Spitzenmusiker, noch fehlt ein Management, und vor allen Dingen fehlt das Geld. Ausführlich vorhanden sind dafür junge Frauen mit mehr oder weniger Sinn für Musik. Das schöne Mannequin allerdings, das Hazy gerne betören möchte, will von ihm lange nichts wissen. Die attraktive Blonde dagegen, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgt, sagt ihm nicht zu. Zum Schluss stirbt zwar Jupp (Peer Schmidt), der Klarinettist, an einem Herzinfarkt. Sein Freund Hazy aber schafft den Durchbruch im musikalischen, monetären und sogar romantischen Bereich.

Eigentlich hiess er Ralph Osterwalder, wurde 1922 in Bern geboren und spielte schon sehr früh in den unvergessenen Orchestern von Fred Böhler und Teddy Stauffer. Noch während des Krieges stellt er seine eigene Grossformation zusammen. 1949 aber - und erst da beginnt der Film - kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen und zu einem Neubeginn. Das Sextett mit Sunny Lang, Dennis Armitage, Curti Prina, Johnny Ward und Werner Dies schreibt bald nicht nur schweizerische, sondern internationale Musikgeschichte.

Temporeiche, eingängige Musik, versetzt mit witzigen Showeinlagen, wird das unverkennbare Markenzeichen der Band.

Der Film «Die Hazy Osterwald Story», der auf der gleichnamigen Biographie von Walter Grieder basiert, entstand auf dem Karrierehöhepunkt des Sextetts und zeichnet mehr ein heiter beschwingtes als ein wirklich realistisches Bild der Gruppe. Gekonnte Shownummern und Gäste wie Eddie Arent, Bill Ramsey oder Vivi Bach runden das nostalgische Kintopvergnügen effektvoll ab.

Mit

  • Hazy Osterwald (Hazy Osterwald)
  • Wera Frydtberg (Marianne)
  • Peer Schmidt (Jupp)
  • Marina Petrowa (Yvette)
  • Monika Dahlberg (Susie)
  • Peter W. Staub (Mr. Miller)
  • Eddi Arent (Manager Egli)
  • Gustav Knuth (Hoteldirektor)