Wandermuffel – ein Gegenmittel

Die einen packt die Wanderlust, die anderen nicht. Folgende 10 Gründe sind ein Motivationsversuch für Stubenhocker.

Wanderer auf Berggipfel

Bildlegende: Diese etwas spezielleren Tipps sollen motivieren, ab und an die Stube zu verlassen. Colourbox

Wandern ist nicht für jedermann. Als Kind gab es für viele nichts Schlimmeres, als am Sonntag von den Eltern auf die immer selben Hügel gezerrt zu werden. Während dem ewiglangen Aussichtgeniessen war das Mistkratzerli, das man mit dem kleinen Brüderchen teilen musste, noch das Tages-Highlight. Die Jahre vergingen und plötzlich wurden die einen selbst von der Wanderlust gepackt – nun teilen sie diese halbfreiwilligen Lebenserfahrungen mit ihren Sprösslingen. Andere packt es nie – die sogenannten Wandermuffel. Für diese Leute sind folgende 10 Gründe ein Motivationsversuch.

  1. Das Bergpanorama hat ein breiteres Format als ein Widescreen-Fernseher, besseren Ton als Dolby-Surround und ist erst noch 3D & Full-HD.
  2. Nach zwölf neuen E-Mails, 14 SMS und mehr Whatsapp-Benachrichtigungen als Sterne am Himmel, ist es Zeit zu sagen: «Die kommunikative Reizüberflutung kann mich mal, ich such mir einen Ort ohne Empfang, hoch oben in den Bergen.»
  3. Die neue Spiegelreflexkamera kann endlich getestet werden.
  4. Wenn die Eltern und Grosseltern an der nächsten Familienfeier stundenlang von ihren Wanderdestinationen erzählen, besteht wenigstens die kleine Chance, sagen zu können «Ha, da war ich auch kürzlich.» Wenn man Glück hat, bringt einem dies Sympathiepunkte ein und damit mehr Weihnachtsgeld, wenn man Pech hat, werden es Wanderschuhe.
  5. Die Wanderschuhe, die man zu Weihnachten bekommen hat, sollten gebraucht aussehen, wenn das Grosi nächstes Mal zu Besuch kommt.
  6. Abwechslung zum Pendlerstress in der Stadt – bei keiner Bergbahn hört man die Durchsage «Wegen einer Stellwerkstörung verzögert sich die Weiterfahrt um einige Minuten – wir bitten um Ihr Verständnis».
  7. Ein Wandertag ist Fitnessstudio und Solarium in einem.
  8. Zum Schluss darf man sich am Gipfelbuch kreativ austoben. Der Aufstieg dauert schliesslich lange genug, um sich was besonders Originelles auszudenken.
  9. Steuererklärung, Hausaufgaben, Ämtliplan – alle Dinge die man noch machen wollte, nur nicht jetzt, lassen sich kaum schöner aufschieben. Wandern ist eine gesunde Art und Weise der Arbeitsverdrängung.
  10. Irgendwie ist es doch auch schön, all die Marschier-Liedchen von den Schulausflügen damals wieder zu trällern. «Uuuun kilomètre à pied…vorwärts, ruckwärts, siitwärts, zämme.»