BBC Proms: Im Sog von Grausamkeit und Lust

Dass die schwedische Sopranistin Nina Stemme sich die «Salome» von Richard Strauss ganz zu eigen gemacht hat, hat sie bereits mehrfach bewiesen. Nun singt sie die Titelrolle im Strauss-Jahr auch an den Londoner Proms.

Nina Stemme auf der Bühne
Bildlegende: Nina Stemme im «Fliegenden Holländer» Keystone

Nina Stemme spielt eine Prinzessin, ist aber die Königin des Orchesters: So hiess es vor zwei Jahren in Cleveland, als die Sängerin in der «Salome» auftrat. Die Figur der Salome, dieses kraftvoll-zerstörerische Zentrum der Oper von Richard Strauss, die schaurig-böse Königstochter, die das Leben des Propheten Jochanaan einfordert und den blutigen Kopf küsst. Und sich brüsk über alles klar Denkbare und Geordnete hinwegsetzt.

Nina Stemme hat sich nach ihren Wagner-Partien, nach ihren Brünnhilden und der Isolde, auch zu Richard Strauss emporgeschwungen und in der Salome eine Figur gefunden, die mehr ist als ein tobendes Weib. Die Sängerin verkörpere ihre Salome klug, fragend und nachdenklich, war nach einer Aufführung in Barcelona zu lesen.

Orchester der Deutschen Oper Berlin
Donald Runnicles, Leitung
Burkhard Ulrich, Tenor (Herodes)
Doris Soffel, Mezzosopran (Herodias)
Nina Stemme, Sopran (Salome)
Samuel Youn, Bariton (Jochanaan)
Thomas Blondelle, Tenor (Narraboth)
u.a.

R. Strauss: Salome. Oper in 1 Aufzug

Aufführung vom 30. August 2014, Royal Albert Hall, London

Redaktion: Gabriela Kaegi