Festival Murten Classics: Songs for a Mad King

Ein wahnsinniger König, dem mit Aderlass oder Ans-Bett-Festbinden «geholfen» wurde: An solches Schicksal erinnern die Lieder des Engländers Peter Maxwell Davies.

King George III in einem Umhang.
Bildlegende: Er galt damals als verrückt: King George III. Wikimedia / DcoetzeeBot

Es sind Musikmomente voller Intimität, aber auch voller Verzweiflung. Angeregt sind sie vom Schicksal des englischen Königs Georg III., der Zeiten hatte, in denen er seine Frau nicht erkannte, dafür aber mit Kohlköpfen sprach. Der König litt vermutlich an Porphyrie, einer Stoffwechselerkrankung, doch davon wissen wir erst heute.
Der englische Komponist Peter Maxwell Davies legt seinen Liedern Stücke zugrunde, die auf der mechanischen Miniaturorgel zu finden sind, die King George gehörte und mit der er seine Vögel zum Singen animierte. Bei Maxwell Davies wird das zu musikalischen Monologen eines wahnsinnigen Menschen, der seinen Vögeln lauscht.
Dem König seine Stimme leiht hier der britische Performer Carl Rosman, begleitet vom in Bern beheimateten Ensemble Proton. Und das bietet auch Ungewohntes als Ergänzung: «Royale» Unterhaltungsmusik aus der englischen Renaissance, in neue Klangfarben getaucht.

Peter Maxwell Davies: Eight Songs for a Mad King
Aus dem Fitzwilliam Virginal Book: Bearbeitungen von Vera Schnider (2015) für Harfe und Oboe/Lupophon

ensemble proton bern
Matthias Kuhn, Leitung
Carl Rosman, Stimme

Konzert vom 29. August 2015, Beaulieu Murten

Redaktion: Sara Trauffer