Festspiele Zürich: Fortune, Love and Time

Englische und italienische Vokal- und Instrumentalmusik im Zeitalter Shakespeares: Werke von John Dowland, Thomas Tallis, William Byrd, Matthew Locke, Luca Marenzio, Thomas Morley u.a.

Die Tonhalle Zürich. Musiker auf der Bühne.
Bildlegende: Am Renaissance-Tag der Zürcher Festspiele waren unter anderem The Sirius Viols zu hören. Keystone

«Fortune, Love and Time» so das Motto des Renaissance-Tags der diesjährigen Festspiele Zürich. Sechs Kurzkonzerte zeichneten ein Panorama der englischen Musik der Shakespeare-Zeit um 1600.

«Time»: Die Zeiten waren alles andere als ruhig, auch die Musik wurde in die damaligen (oft blutigen) religiösen Auseinandersetzungen hineingezogen: Werke von Thomas Tallis oder William Byrd waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr erwünscht, oder sie mussten, um brauchbar zu bleiben, umgetextet werden.

«Fortune»: Gerade der grosse Lautenist und Komponist der Zeit, John Dowland, bekam die Launen des Schicksals zu spüren, als ihm jahrelang der Posten eines Hofmusikers verweigert wurde. Er musste deshalb sein «Glück» auf dem Kontinent suchen, wo er in gefährliche Nähe zu englischen Exilkatholiken geriet.

«Love»: Zusammen mit der Melancholie eines der grossen Themen in der Musik dieser Zeit. Die englischen Madrigalisten Thomas Morley, Thomas Weelkes oder Orlando Gibbons übernahmen mit dem italienischen Madrigal auch dessen Hauptthema Liebe in allen Schattierungen: von melancholischer Sehnsucht über satirischen Spott zu rustikaler Liebeslust.
Das Panorama der sechs Konzerte gestalteten die Schola Heidelberg (Ltg. Walter Nussbaum), The Sirius Viols (Ltg. Hille Perl) und das Aura Consort (Ltg. David Bruchez). Klaus Henner Russius als Sprecher rundete das Spektrum ab mit zeitgenössischen Texten von Robert Burton, John Donne, Torquato Tasso und natürlich dem grossen William Shakespeare selbst.

Marie-Luise Werneburg, Sopran
The Sirius Viols (Hille Perl, Leitung)
Lee Santana, Laute
Schola Heidelberg (Walter Nussbaum, Leitung)
Aura Bläserconsort
Krishnasol Jiménez, Theorbe und Laute

Konzert vom 21. Juni 2015, Tonhalle Zürich

Redaktion: Norbert Graf